Weil er sich über gefälschte Social-Media-Accounts Nacktfotos seiner Schüler geholt hat, muss sich der ehemalige Lehrer eines Gymnasiums in Kürze in Graz vor Gericht verantworten. Der Mann hatte sich als Mädchen ausgegeben und die Burschen aufgefordert, ihm Nacktfotos zu schicken. Im Gegenzug sollen sie zum Teil Geld in Form von Gutscheincodes erhalten haben.
Staatsanwaltschaft: 16 Opfer, eines davon jünger als 14 Jahre
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es 16 Opfer gibt. Davon sind oder waren 15 minderjährige Schüler jenes Gymnasiums, in dem der Mann damals unterrichtet hatte. Ein Schüler sei zum Zeitpunkt der Tat noch unmündig, also unter 14 Jahre alt gewesen, sagte Christian Kroschl, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, dem ORF Steiermark.
Am Montag wurde dem Mann nun die rechtskräftige Anklageschrift zugestellt: Dem Pädagogen werden unter anderem die pornografische Darstellung Minderjähriger, versuchte geschlechtliche Nötigung, der Versuch des sexuellen Missbrauchs oder der Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses vorgeworfen. Der Beschuldigte sei teilweise geständig, so Kroschl.
Der Mann gab sich auf Social Media als Mädchen aus
Der Fall gelang vor zwei Jahren an die Öffentlichkeit. Damals kontaktierten einige der Schüler einen Vertrauenslehrer – der Direktor erstattete daraufhin Anzeige. Seit September 2022 ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft.
Der Mann wurde auch vorübergehend wegen Verdunklungsgefahr festgenommen, weil er versucht haben soll, einen Burschen zu einer Falschaussage zu überreden. Außerdem soll der Grazer versucht haben, Beweismittel zu unterdrücken.
Der Mann wurde mittlerweile aus dem Schuldienst entlassen. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Wann es zum Prozess kommt, steht noch nicht fest.

