SPÖ-Parteirebell Rudi Fußi hat am Mittwoch bei einer Pressekonferenz unerwartet offen über seinen persönlichen Zustand gesprochen – auch, weil die SPÖ seinen Informationen nach ein Dossier mit höchstpersönlichen Details an Radaktionen durchgestochen haben soll. Die SPÖ wies diese Vorwürfe empört zurück und kündigte den Rechtsweg an.
Scheidung erfolgt „im besten Einvernehmen“
So bestätigte Fußi, dass er sich nach 24 gemeinsamen Jahren von seinem Ehemann scheiden lassen werde – „in aller Freundschaft“, wie er betonte. Sein Mann habe immer gesagt: „Rudi, wenn du in die Politik gehst, dann lass‘ ich mich scheiden“. Jetzt lasse man sich „im besten Einvernehmen scheiden“.
„Ich habe meinen Mann wirklich schlecht behandelt“, so Fußi in der Pressekonferenz. Er sei fremdgegangen, in seinen jungen Jahren „sogar handgreiflich geworden“, gab er vor versammelten Journalist:innen zu.
Fußi erklärt dieses Verhalten mit seiner ADHS-Erkrankung, die vor drei Monaten diagnostiziert wurde. Diese habe dazu geführt, dass er die Menschen am schlechtesten behandelt habe, die ihm eigentlich am nächsten seien.
Chronisches Rheuma, Impfopfer, ADHS, Cannabis-Konsum
Weiters erklärte Fußi, seit langem an chronischem Rheuma zu leiden – und dieses durch Konsum von Cannabis zu behandeln. Er bezeichnete sich auch als „Impfopfer“, da die mRNA-Corona-Impfung seine Rheuma-Behandlung wirkungslos gemacht und er wieder schlimmste Rheuma-Schübe bekommen habe.
Zur Linderung habe er zwischenzeitlich „10 bis 15 Joints pro Tag“ geraucht, so Fußi weiter. Durch eine Wechselwirkung der ADHS-Medikamente mit dem Cannabis sei es schließlich nach drei Tagen zu einer „Cannabis-indizierten Episode“ gekommen, er habe sich deshalb in Behandlung begeben müssen, so der Politikberater.
Außerdem entschuldigte sich Fußi bei zahlreichen Menschen und Gruppen, die er in der Vergangenheit schlecht behandelt oder beleidigt habe. Dazu zählte er etwa Wähler des FPÖ-Politikers Norbert Hofer, die er einst auf der Kurznachrichten-Plattform X kollektiv als „Rechtsextreme oder Trottel“ beschimpft hatte.
Seinem Ziel, SPÖ-Chef zu werden, dürfte Fußi näher gekommen sein
Seinem Ziel, SPÖ-Chef zu werden, dürfte Fußi unterdessen nähergekommen sein. Für eine Abstimmung zwischen ihm und dem amtierenden SPÖ-Chef Andreas Babler müssten er bis Ende Dezember mindestens 14.000 Unterschriften von Parteimitgliedern aus mindestens vier Bundesländern sammeln.
Nun sagte der SPÖ-Rebell, dass er bereits genügend Unterschriften gesammelt habe – und noch weiter sammelt, weil sich die SPÖ weigere, vorab zu prüfen, ob es sich tatsächlich um Unterschriften von Parteimitgliedern handle.
Mit Hinblick auf die laufenden Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS sagte Fußi, er rechne damit, dass diese in den nächsten zwei Wochen scheiterten – wegen offensichtlicher Aussichtslosigkeit.

