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Papst Franziskus ernennt 21 neue Kardinäle – ein Drittel davon ist queerfreundlich

Papst Franziskus hat gestern 21 neue Männern die Kardinalswürde verliehen - und damit die Weichen für seinen Nachfolger in seinem Sinn gestellt. Zumindest sieben von ihnen waren in der Vergangenheit queerfreundlich unterwegs.

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Papst Franziskus hat am gestrigen Hochfest Mariä Empfängnis 21 hochrangigen Kirchenmännern aus aller Welt die Kardinalswürde verliehen. Ihre vielfältige Herkunft „drückt die Universalität der Kirche aus, die weiterhin allen Menschen auf der Erde die barmherzige Liebe Gottes verkündet. Ihre Aufnahme in die Diözese Rom zeigt auch die untrennbare Verbindung zwischen dem Stuhl Petri und den über die ganze Welt verstreuten Teilkirchen“, so Papst Franziskus.

Ein bekannter Aids-Pater wird ebenfalls in den Kardinalsstand erhoben

Mindestens sieben von ihnen haben sich in der Vergangenheit für die Belange sexueller Minderheiten eingesetzt. Der bekannteste unter ihnen dürfte der Dominikanerpater Timothy Radcliffe sein, der mit der Kardinalswürde auch die Bischofsweihe empfangen hat.

Als einer der ersten katholischen Geistlichen widmete er sich während der Aids-Krise der Seelsorge an schwulen Männern, die an der damals tödlichen Immunschwächekrankheit litten. Und auch sonst forderte er immer wieder die Unterstützung sexueller Minderheiten durch die Kirche.

Jede dritte Neuernennung ist LGBTI-freundlich

Der neue Kardinal Luis Gerardo Cabrera Herrera, Erzbischof von Ecuador, hatte 2023 nach der Veröffentlichung der Erklärung „Fiduca Supplicans“ zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare die Kirche aufgefordert, sexuelle Minderheiten willkommen zu heißen. „Und der Grund dafür ist einfach: Zuallererst sind sie Menschen, sie sind Menschen mit allen Rechten, und aus dem Glauben wissen wir, dass sie Kinder Gottes sind“, so der Geistliche.

Ähnlich äußerte sich der philippinische Erzbischof Pablo Virgilio David, der im Jahr 2019 im Namen der Bischofskonferenz einen Gesetzesentwurf zum Schutz sexueller Minderheiten als „christliche Pflicht“ bezeichnete. Das Gesetz scheiterte schließlich im Parlament. Neu im Kardinalskollegium ist auch der Turiner Erzbischof Roberto Repole, der 2022 die Firmung eines Transmannes erlaubte. 

Progressive Geistliche stellen die Mehrheit unter den neuen Kardinälen

Weitere neue Kardinäle, die sich in der Vergangenheit queerfreundlich geäußert haben, sind der brasilianische Erzbischof Jaime Spengler, der algerische Erzbischof Jean-Paul Vesco oder der Erzbischof von Tokio, Tarcisio Isao Kikuchi.

Keine explizit LGBTI-freundlichen Aussagen, aber ein sehr progressives Image haben auch der Erzbischof der peruanischen Hauptstadt Lima, Carlos Gustavo Castillo Mattasoglio, und sein chilenischer Amtskollege Fernando Natalio Chomali Garib.

Auch zwei notorische Gegner von LGBTI-Rechten wurden ernannt

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: So ernennt der Papst auch zwei Erzbischöfe zu Kardinälen, die sich in der Vergangenheit negativ über die Rechte sexueller Minderheiten geäußert haben. Es handelt sich um Francis Leo, Erzbischof von Toronto, und Erzbischof Ignace Bessi Dogbo von der Elfenbeinküste. Letzterer hatte 2023 gesagt, LGBTI-Menschen sollten nicht Teil der Kirche sein, sondern geheilt werden.

Mit den gestrigen Kardinalswürden wächst das Kardinalskollegium auf 256 Männer an. Davon sind nun 141 bei der Wahl des nächsten Papstes stimmberechtigt.

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