HomeNewsSportPolnischer Skispringer Andrzej Stekala outet sich nach tragischem Verlust

Polnischer Skispringer Andrzej Stekala outet sich nach tragischem Verlust

Der polnische Skispringer Andrzej Stekala hat mit einer emotionalen Botschaft auf Instagram sein Coming-out bekannt gegeben. In dem Posting, den er am Neujahrstag veröffentlichte, sprach der 29-Jährige erstmals öffentlich über seine Sexualität und den Verlust seines Partners Damian.

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Der polnische Skispringer Andrzej Stekala, der 2021 bei den Weltmeisterschaften im Skispringen eine Bronzemedaille gewonnen hatte, überraschte seine Fans und die Sportwelt mit einem persönlichen Statement: „Ich möchte, dass ihr mein wahres Ich kennenlernt. Ich bin schwul. Ich habe diese Tatsache jahrelang vor euch, vor den Medien und manchmal sogar vor mir selbst verborgen.“

Ein tragischer Verlust brachte ihn zu diesem Schritt

In seinem Post sprach Stekala über seinen langjährigen Partner Damian, den er 2016 kennenlernte und den er als „Säule, Unterstützung und größten Fan“ seines Lebens bezeichnete. Tragischerweise verstarb Damian im November 2023. Stekala teilte eine emotionale Hommage in Form eines Videos, das gemeinsame Urlaubsbilder und intime Momente zeigt, untermalt vom Song „Good News“ von Shaboozey.

„Ich kann den Schmerz nicht in Worte fassen, den ich seit diesem schicksalhaften Tag empfinde“, schrieb Stekala. „Die Welt, die wir gemeinsam aufgebaut haben, ist in Stücke gefallen. Jeder Tag ohne ihn ist ein Kampf, aber auch eine Erinnerung daran, wie bedingungslos ich geliebt habe und geliebt wurde.“

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Karriere und sportliche Erfolge

Stekala gab 2015 sein Debüt im FIS-Skisprung-Weltcup und gewann im Jänner 2016 als Teil des polnischen Teams die Bronzemedaille beim Mannschaftswettbewerb in Zakopane. Weitere Erfolge folgten, darunter eine Bronzemedaille bei den FIS-Skiflug-Weltmeisterschaften 2020 in Planica und ein dritter Platz bei den Weltmeisterschaften 2021 in Oberstdorf im Mannschaftsspringen von der Großschanze.

In letzter Zeit tritt Stekala im FIS-Continental-Cup an, wo er auf eine Rückkehr in die polnische A-Nationalmannschaft hofft. Mit seinem Coming-out knüpft er große Hoffnungen an die kommende Saison. „Heute, am 1. Jänner, beginne ich ein neues Kapitel. Ich möchte mich nicht länger verstecken. Ich bin ich – ein Mensch, der geliebt hat und weiterhin liebt.“

Unterstützung von Skisprung-Kollege Halvor Egner Granerud

Stekalas mutige Botschaft fand sofort breite Unterstützung. Der norwegische Skispringer Halvor Egner Granerud, der beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee auf Platz 14 landete, schrieb: „Bleib stark, Andrzej … es bricht mir das Herz, von deinem Verlust zu lesen. Ich wünsche dir ein mutiges 2025, gefüllt mit der Freiheit, du selbst zu sein.“ Auch polnische Politiker, Journalisten und Prominente äußerten ihre Bewunderung für Stekalas Offenheit.

Stekala reiht sich in die kleine, aber wachsende Liste offen queerer Athleten im Wintersport ein. Bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking war mit der österreichischen Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz nur eine LGBTI-Athletin im Skispringen vertreten. Stekalas Coming-out könnte dazu beitragen, die Sichtbarkeit queerer Sportler:innen in einer oft konservativen Disziplin zu erhöhen.

Ein Schritt für mehr Sichtbarkeit

Sein Posting schließt mit einer Botschaft, die Mut machen soll: „Meine Geschichte ist eine Geschichte von Liebe, die Licht verdient, nicht Dunkelheit. Ich wünsche euch allen Liebe und Mut im neuen Jahr.“

Bei der gerade laufenden Vierschanzentournee ist Stekala nicht am Start. Er hat in dieser Saison erst einmal am Weltcup teilgenommen, beim Heimspringen der Polen Anfang Dezember in Wisla. Dort schaffte er es nicht über die Qualifikation hinaus. Am 11. Jänner kehrt er beim Continental Cup in Klingenthal ins Wettkampfgeschehen zurück – als Sportler, der sein wahres Selbst öffentlich leben kann.

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