Die Berliner Polizei meldet erneut einen schwulenfeindlichen Zwischenfall: Ein 22-Jähriger soll am Donnerstag gegen vier Uhr früh einen 24-Jährigen und seinen 55 Jahre alten Begleiter schwulenfeindlich beleidigt und dann auch bedroht haben.
Weil er die Musik im Bus leiser machen sollte, geriet ein 22-Jähriger in Rage
Zunächst hatten die beiden den 22-Jährigen in einem Bus der Linie M7 aufgefordert, seine Musik leiser zu stellen. An der Haltestelle Siemensstraße verließen die beiden Männer dann den Bus. Am Quellweg begegneten sie dem jungen Mann erneut – dabei soll es zu wechselseitigen Beleidigungen gekommen sein.
Im Laufe dieses Streits soll der 22-Jährige die beiden Männer schwulenfeindlich beleidigt und mit einem Klappmesser bedroht haben. Daraufhin erstatteten der 24-Jährige und der 55-Jährige im Anschluss an den Streit Anzeige gegen den 22-Jährigen.
Die Polizei konnte den jungen Mann dann zu Hause antreffen, er erstattete seinerseits Anzeige wegen Beleidigung gegen die beiden Männer. Nach der Feststellung der Identität wurden alle Beteiligten wieder entlassen. Wie bei mutmaßlichen Hassverbrechen üblich hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen.
Für Hassverbrechen gegen sexuelle Minderheiten gibt es in Berlin eigene Ansprechpartner:innen
Angehörige sexueller Minderheiten, die Opfer von Hasskriminalität geworden sind, können in der deutschen Hauptstadt unter anderem auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben.
Bei der Berliner Polizei gibt es zudem zwei Ansprechpersonen für LGBTI . Damit soll Angehörigen sexueller Minderheiten, die oft aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden.

