HomePolitikEuropaUrteile im Fall Samuel Luiz: Insgesamt 74 Jahre Haft für tödlichen Schwulenhass

Urteile im Fall Samuel Luiz: Insgesamt 74 Jahre Haft für tödlichen Schwulenhass

Das zuständige Gericht in der spanischen Stadt A Coruña hat vier junge Männer wegen der tödlichen Prügelattacke auf Samuel Luiz im Juli 2021 zu insgesamt 74 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

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Es war eine Tat, die ganz Spanien erschütterte: Aus nichtigem Anlass hatte ein Mob im Juli 2021 den schwulen Krankenpfleger Samuel Luiz gejagt und zu Tode geprügelt. Nachdem das Gericht bereits im November 2024 die Schuld der Angeklagten bestätigt hatte, wurden nun die Strafen verkündet.

24 Jahre Haft für den Haupttäter

Die höchste Strafe erhielt der Hauptverantwortliche des Angriffs. Mit 24 Jahren Haft wurde ihm auch eine homophobe Motivation vorgeworfen. Er hatte Luiz unter anderem mit den Worten „maricón“ (Schwuchtel) angegriffen und zeigte laut Urteil während und nach der Tat „absolute Empathielosigkeit und außergewöhnliche Grausamkeit“.

Zwei weitere Angeklagte wurden zu jeweils 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Einer von ihnen beteiligte sich aktiv an der Prügelattacke, indem er Luiz von hinten zu Boden warf und ihn daran hinderte, sich zu wehren oder zu fliehen. Der andere wurde neben seiner Beteiligung an der tödlichen Gewalt auch wegen des Diebstahls von Luiz’ Handy verurteilt. 

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Ein weiterer Angeklagter, der Luiz zwar nicht direkt geschlagen, aber an der Flucht gehindert hatte, wurde als Mittäter zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die damalige Freundin des Hauptangeklagten wurde freigesprochen, da sie nicht aktiv an der Tat beteiligt war.

Für das Gericht ist die tödliche Attacke eine gemeinschaftlich begangene Tat

Das Gericht beschrieb die tödliche Attacke als gemeinschaftlich begangene Tat, bei der mehr als 30 Schläge gegen Luiz geführt wurden, vor allem gegen den Kopf. Der junge Mann sei völlig wehrlos gewesen. Nach der Tat wurde er bewusstlos und mit blutendem Gesicht auf der Straße liegen gelassen. Nur zwei senegalesische Passanten versuchten ihm zu helfen.

Der Obduktionsbericht machte deutlich, dass keine einzelne Verletzung tödlich war, sondern die Summe der Schläge zum Tod führte. Die Richterin führte aus, dass der Gruppenangriff, die gezielte Gewalt gegen den Kopf und die unterlassene Hilfeleistung den Tötungsvorsatz der Täter belegten.

Die Täter müssen auch mehr als 300.000 Euro Schmerzensgeld an Luiz‘ Familie zahlen

Die Verurteilten müssen der Familie von Samuel Luiz ein Schmerzensgeld von über 300.000 Euro zahlen. Die Richterin hob in ihrem Urteil hervor, dass die Familie durch die Grausamkeit und Gleichgültigkeit der Täter besonders schwer gelitten habe.

Der grausame Tod von Samuel Luiz löste nicht nur in Spanien Proteste gegen Homophobie aus. Aktivist:innen sehen das Urteil als wichtigen Schritt im Kampf gegen Diskriminierung und Gewalt, auch wenn die Tat tiefgreifende gesellschaftliche Fragen aufwirft.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann vor dem Obersten Gerichtshof Galiciens angefochten werden.

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