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Umstrittene Anti-Gay-Aktivistin Anita Bryant ist tot

Anita Bryant, berüchtigte Gegnerin von LGBTI-Rechten, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Ihre Karriere und ihr Aktivismus hinterließen tiefe Spuren in der US-amerikanischen Gesellschaft - und ihrer eigenen Familie.

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Anita Bryant, bekannt als Grammy-nominierte Sängerin und prominente Aktivistin gegen LGBTQ+-Rechte, ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb sie bereits am 16. Dezember 2024 im Alter von 84 Jahren in Edmond im US-Bundesstaat Oklahoma.

Anita Bryant begann eine vielversprechende Karriere als Sängerin

Bryant begann ihre Karriere als vielversprechende Sängerin und wurde 1958 im Alter von 18 Jahren zur Miss Oklahoma gekrönt. In den folgenden Jahren trat sie bei Großveranstaltungen wie den nationalen Parteitagen der Republikaner und Demokraten sowie beim Super Bowl 1971 auf. Ihr Auftritt bei der Beerdigung von Präsident Lyndon B. Johnson mit dem Lied „The Battle Hymn of the Republic“ festigte ihre nationale Bekanntheit.

In den 1970er Jahren avancierte sie zur Werbeikone, unter anderem als Gesicht der Orangenindustrie Floridas. Doch parallel zu ihrer Karriere entwickelte sich Bryant zu einer polarisierenden Figur, als sie 1977 mit ihrer Kampagne „Save Our Children“ gegen eine Antidiskriminierungsrichtlinie protestierte.

Die Kampagne „Save Out Children“ und ihre Folgen

1977 verabschiedete die Regierung von Miami-Dade County eines der ersten Gesetze in den USA, das Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung in Beschäftigung und Wohnungswesen verbot. Bryant setzte sich vehement für die Abschaffung des Gesetzes ein und bezeichnete die LGBTI-Community als Bedrohung für Kinder.

Ihre Kampagne „Save Our Children“ war erfolgreich: Über 70 Prozent der Wähler stimmten für die Abschaffung des Gesetzes. Erst 1998 wurde es wieder eingeführt und 2014 um den Schutz der Geschlechtsidentität erweitert. 

Ihre Ansichten waren sogar Ronald Reagan zu extrem

In Kalifornien gab es 1978 die „Briggs-Initiative“, nach der nur Heterosexuelle als Lehrer arbeiten durften. Diese Einstellung war sogar Konservativen wie Ronald Reagan zu extrem, die Initiative wurde schließlich von den Wähler:innen abgelehnt.

Ihre Aussagen wie „Homosexuelle können sich nicht fortpflanzen, sie müssen rekrutieren“ machten Bryant zu einer Symbolfigur für konservative Christen, aber auch zur Zielscheibe von Aktivist:innen. Der Widerstand gegen sie führte zu ihrer allmählichen gesellschaftlichen Isolation und zum Ende ihrer Karriere.

Schwere Folgen für Karriere und Privatleben

Die Orangenindustrie in Florida und Coca-Cola beendeten die Zusammenarbeit mit ihr, eine geplante Fernsehsendung mit ihr wurde abgesagt. In den 1980er Jahren meldete sie Konkurs an und verlor viele Unterstützer, auch durch die Scheidung von ihrem ersten Ehemann.

Trotz dieser Rückschläge hielt sie an ihren Überzeugungen fest und gründete Anita Bryant Ministries, die unter anderem so genannte „Ex-Gay“-Therapien anbot.

Auch ihre eigene Familie litt unter Anita Bryants Sturheit

Bryants Haltung führte auch zu Spannungen in ihrer Familie. Ihre Enkelin Sarah Green, die offen lesbisch lebt, berichtete 2021 in einem Podcast, wie Bryant auf ihr Coming-out reagierte. Bryant habe darauf bestanden, dass Homosexualität eine Täuschung des Teufels sei. 

Greens Vater erklärte, dass auch seine Mutter die Verlobung ihrer Enkelin nicht positiv aufgenommen habe: „Anstatt Sarah zu akzeptieren, wie sie ist, entschied sich meine Mutter dafür, für Sarah zu beten, damit sie endlich zu der Person wird, die Gott laut meiner Mutter will.“

Diese Aussagen unterstreichen, dass Bryant ihre queerfeindliche Einstellung bis zu ihrem Lebensende nicht revidierte. Sie hinterlässt vier Kinder, zwei Schwiegertöchter und sieben Enkelkinder.

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