HomeMagazinFilmtippEin schräges Roadmovie que(e)r durch Andalusien

Ein schräges Roadmovie que(e)r durch Andalusien

“On the Go” ist ein erfrischendes und mutiges Debüt, das durch seine visuelle Ästhetik und musikalische Untermalung besticht. Allerdings könnten die experimentellen Elemente und die lose Erzählstruktur nicht jeden Geschmack treffen.

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“On the Go” ist das Regiedebüt von María Gisèle Royo und Julia de Castro, die auch die Hauptrolle der Milagros spielt. Der Film folgt Milagros, die mit Ende dreißig über Mutterschaft nachdenkt, aber vor der Anonymität der künstlichen Befruchtung zurückschreckt.

Mit dem schwulen Freund im Cabrio auf dem Weg zur künstlichen Befruchtung

Mit dem alten Chevrolet ihres Vaters macht sie sich auf den Weg nach Sevilla und sammelt dort ihren besten Freund Jonathan – gespielt von Omar Ayuso – auf, dessen Sucht nach Grindr und dessen Männergeschmack sie für ihre Zwecke ausnutzen will. Gemeinsam begeben sie sich auf einen Roadtrip durch Andalusien, treffen auf skurrile Charaktere und erleben Situationen zwischen grotesker Komödie und surrealer Poesie. 

Gedreht auf 16-mm-Film, besticht “On the Go” durch seine visuell beeindruckenden Bilder, die zugleich enthusiastisch und melancholisch wirken. Die Regisseurinnen setzen auf eine erzählerische und ästhetische Freiheit, die den Film unkonventionell und erfrischend macht. Die Musik, u.a. von Derby Motoreta’s Burrito Kachimba, verstärkt das Gefühl eines fröhlichen und glorreichen Deliriums, das der Film vermittelt. 

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Ein fröhliches uns glorreiches Delirium

Der Film ist eine querfeministische Hommage an “Corridas de alegría” (1982) von Gonzalo García-Pelayo, der selbst einen Cameo-Auftritt hat. Royo und de Castro adaptieren den freien und unvoreingenommenen Geist des Originals und übertragen ihn in die heutige Zeit, um ein Roadmovie ohne narrative oder ästhetische Zwänge zu schaffen. 

Trotz dieser Stärken weist “On the Go” einige Schwächen auf. Die lose Erzählstruktur kann den Film für manche Zuschauer schwer zugänglich machen. Einige Szenen wirken zu experimentell, was den Fluss der Handlung beeinträchtigen kann.

Insgesamt ist “On the Go” aber ein mutiger und unkonventioneller Film, der traditionelle Erzählweisen vermeidet und seine eigenen Regeln aufstellt. Die Mischung aus visueller Ästhetik, Musik und freier Erzählweise macht den Film zu einem bemerkenswerten Debüt der beiden Regisseurinnen.

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OnTheGoPlakat Salzgeber
On The Go
Spanien 2023 | Roadmovie | 72 Minuten | OmU
Regie: María Giséle Royo, Julia de Castro | Besetzung: Julia de Castro, Omar Asuyo, Chacha Huang, Manuel de Blas

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