In einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter erklärte Meta, dass das Unternehmen künftig keine eigenständige Abteilung für Diversity, Equity und Inclusion (DEI) mehr betreiben werde. Das berichtet das US-Medium Axios .
„Faire Praktiken für alle Mitarbeiter“ statt Schutz von Minderheiten
Maxine Williams, bisher Leiterin des Bereichs, übernimmt eine neue Rolle mit Fokus auf Barrierefreiheit und Engagement. Stattdessen sollen Programme entwickelt werden, die auf „faire und konsistente Praktiken für alle Mitarbeiter“ abzielen, heißt es in der Mitteilung.
Das Unternehmen begründet die Entscheidung mit einem „Wandel der rechtlichen und politischen Landschaft“ in den USA. Der Begriff DEI sei zunehmend umstritten, da er von einigen als Vorzugsbehandlung für bestimmte Gruppen interpretiert werde. Meta betonte jedoch, weiterhin auf vielfältige Talente zu setzen, ohne dabei Entscheidungen auf Grundlage geschützter Merkmale wie Geschlecht oder Herkunft zu treffen.
Umfassende Änderungen bei Einstellungs- und Lieferantenstrategien
Meta kündigte außerdem an, den „Diverse Slate Approach“ – eine Praxis, bei der Bewerbergruppen aus unterschiedlichen Hintergründen priorisiert wurden – nicht länger anzuwenden. Auch repräsentative Ziele für Frauen und ethnische Minderheiten seien bereits zuvor abgeschafft worden, da diese den Eindruck erwecken könnten, Entscheidungen basierten auf geschützten Merkmalen.
Ähnlich weitreichend ist der Rückzug aus der Lieferantendiversität. Meta werde sich zukünftig stärker auf kleine und mittelständische Unternehmen konzentrieren, statt gezielt auf Unternehmen in diverser Eigentümerschaft zu setzen.
Vorbote eines gravierenden politischen Umbruchs
Die Entscheidung kommt inmitten eines politischen Umbruchs in den USA. Beobachter vermuten, dass Meta versucht, sich auf die neue Trump-Administration einzustellen, die ab dem 20. Januar 2025 regieren wird. Der Diversitätsbegriff steht im konservativen Lager oft in der Kritik. Laut Berichten von CNN soll Meta-CEO Mark Zuckerberg kürzlich ein Treffen mit Donald Trump in dessen Anwesen Mar-a-Lago abgehalten haben. Das Unternehmen äußerte sich bisher nicht zu diesen Berichten.
Meta steht auch wegen anderer umstrittener Schritte unter Beobachtung, darunter der Lockerung von Hassrede-Regeln und dem geplanten Ende von Faktenchecks auf seinen Plattformen in den USA.
Meta will sich auf „Kernprinzipien“ konzentrieren
Meta betonte in der Mitteilung, dass seine Grundsätze unverändert bleiben. Das Unternehmen wolle weiterhin die besten Talente rekrutieren und auf Vielfalt in Wissen, Fähigkeiten und Perspektiven setzen. Ziel sei es, Produkte zu schaffen, die allen Menschen zugutekommen. Dennoch stellt die Entscheidung einen bedeutenden Kurswechsel dar, der die strategische Ausrichtung des Unternehmens grundlegend verändern könnte.
Zu Meta gehören unter anderem Facebook, Instagram, WhatsApp und der Kurznachrichtendienst Threads.

