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Macht Instagram queere Inhalte unsichtbar?

Inhalte rund um LGBTI-Themen wurden laut einer Recherche der Journalistin Taylor Lorenz gezielt als „sensible Inhalte“ eingestuft und so von der Plattform unsichtbar gemacht.

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Wie die renommierte US-Journalistin Taylor Lorenz auf ihrer Substack-Plattform User Mag  aufdeckte, soll Instagram Inhalte mit LGBTI-Hashtags wie „#gay“, „#trans“, „#queer“ oder „#lesbian“ blockiert haben. Statt der üblichen Beiträge bekamen die User:innen nur leere Seiten angezeigt.

Keine queeren Inhalte aus Gründen des „Jugendschutzes“

Grund dafür sei offenbar die „Sensitive Content“-Regel von Meta, die ursprünglich entwickelt wurde, um Jugendliche vor verstörenden oder gewaltverherrlichenden Inhalten zu schützen.

Laut Lorenz stufen die Algorithmen von Instagram queere Beiträge jedoch in dieselbe Kategorie wie pornografische oder gewaltverherrlichende Inhalte ein. Meta erklärte, dies sei „versehentlich“ geschehen und versprach, den Vorfall zu untersuchen. Doch viele Kritiker:innen halten diese Erklärung für unglaubwürdig.

War es ein „Versehen“ oder gezielte Unterdrückung?

Die Social-Media-Expertin Leanna Garfield von GLAAD wirft Meta vor, LGBTI-Inhalte systematisch zu zensieren. Sie vermutet, dass hinter der Einstufung als sensible Inhalte“ politische Agenden stehen könnten. Besonders in den USA wird der Jugendschutz häufig von konservativen Politiker:innen instrumentalisiert, um queere Personen und Themen zu marginalisieren.

Auch Content-Creator:innen aus der LGBTI-Community berichten seit Jahren von „Shadow Bans“, bei denen ihre Beiträge weniger sichtbar gemacht oder als „nicht empfehlenswert“ markiert wurden.

Beunruhigende Entwicklung auch auf Instagram

Diese Entwicklungen werfen ernsthafte Fragen auf – steht doch mit Instagram eine Seite, die für Austausch und Vernetzung steht, im Verdacht, ihre queeren Nutzerinnen zu benachteiligen. 

Besonders beunruhigend ist in diesem Zusammenhang die Entscheidung von Meta, die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfer:innen in den USA einzustellen und Hassrede unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu erlauben.

Meta-CEO Mark Zuckerberg kündigte an, künftig auf ein „Community-basiertes“ Modell setzen zu wollen, ähnlich wie bei Elon Musks Plattform X (ehemals Twitter).

Parallelen zu X und Wegfall der Moderation

Die Entwicklungen erinnern an die Veränderungen bei X nach der Übernahme durch Elon Musk. Dort wurden die Moderationsteams abgebaut und der Schutz von gefährdeten Gruppen stark reduziert. Gleichzeitig wurde der blaue Verifizierungshaken käuflich und gesperrte Accounts mit Hassinhalten wurden reaktiviert.

Kritiker:innen befürchten, dass Instagram einem ähnlichen Schicksal entgegen steuert: weniger Schutz für marginalisierte Gruppen, mehr Raum für Hass und Fehlinformationen.

Die Zensur queerer Inhalte auf Instagram könnte der Anfang einer Entwicklung sein, die das einstige Versprechen der sozialen Medien – Demokratie, Vernetzung und Ideenaustausch – zerstört. Ohne eine klare Haltung gegen Hate Speech und Zensur droht auch Instagram, wie zuvor X, zu einer Plattform zu werden, die vor allem den Interessen ihrer Betreiber dient.

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