San Francisco, eine Stadt mit einem besonders hohen Anteil an Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), hat im Oktober 2022 ein Präventionsprogramm namens DoxyPEP gestartet. Dabei wird das Antibiotikum Doxycyclin nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingenommen, um Infektionen mit sexuell übertragbaren Infektionen (STI) zu verhindern.
Deutlicher Rückgang von Syphilis und Chlamydien
Es wird Menschen mit erhöhtem Risiko empfohlen, darunter MSM und Transgender-Frauen, die bereits eine Geschlechtskrankheit hatten oder viele Sexualpartner:innen. Studien haben gezeigt, dass Doxycyclin Infektionen mit Syphilis und Chlamydien um bis zu 90 % reduzieren kann. Bei Gonorrhöe, auch als Tripper bekannt, sind die Ergebnisse allerdings weniger vielversprechend.
Wissenschaftler haben nun untersucht, wie sich die Einführung von DoxyPEP in San Francisco ausgewirkt hat. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Innerhalb eines Jahres nach Einführung des Medikaments gingen die Syphilis-Fälle um mehr als 50 Prozent zurück, Chlamydien fast ebenso stark.
Bei Gonorrhöe sind die Ergebnisse eher enttäuschend
Doch nicht alle Zahlen entwickelten sich positiv. Die Fälle von Gonorrhöe stiegen im gleichen Zeitraum um mehr als 25 Prozent. Eine weitere Studie in Nordkalifornien zeigte ähnliche Tendenzen. Dort ging die Zahl der Gonorrhöe-Infektionen nur in bestimmten Körperregionen zurück, während sie in anderen fast gleich blieb.
Experten vermuten, dass das Problem bei Gonorrhöe in der zunehmenden Resistenz liegt. Einige Bakterienstämme scheinen gegen das eingesetzte Antibiotikum unempfindlich zu sein. Diese Resistenzen könnten in Zukunft auch andere sexuell übertragbare Infektionen betreffen.
Unterm Strich ist die DoxyPEP ein Erfolg
„Dennoch sind die Ergebnisse ein großer Erfolg“, sagen die Forscher. Gerade bei Syphilis und Chlamydien , die in San Francisco bisher besonders häufig auftraten, sei der Rückgang ein wichtiger Schritt.
Die Einführung von DoxyPEP zeigt, dass moderne Medikamente helfen können, die Ausbreitung sexuell übertragbarer Infektionen einzudämmen. Gleichzeitig zeigen die Zahlen zur Gonorrhöe, wie wichtig es ist, Resistenzen im Auge zu behalten und neue Behandlungsmethoden zu entwickeln. Die Erfahrungen aus San Francisco und Nordkalifornien könnten in Zukunft auch in anderen Städten und Ländern genutzt werden, um die STI-Raten zu senken.

