HomeSzeneSteiermarkProzess gegen Grazer "Nacktfoto-Lehrer" hat begonnen

Prozess gegen Grazer „Nacktfoto-Lehrer“ hat begonnen

Jener Lehrer, der sich unter einem Vorwand Nacktfotos seiner minderjährigen Schüler schicken hat lassen, ist größtenteils geständig. Am ersten Prozesstag wurden zahlreiche Details bekannt.

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In Graz hat am Donnerstag der Prozess gegen einen ehemaligen Mittelschullehrer begonnen, der sich von 2016 bis 2022 in sozialen Netzwerken als Mädchen ausgegeben und so Nacktfotos seiner Schüler erhalten haben soll.

Pornobilder und Online-Gutscheine für Nackt-Selfies

Im Gegenzug erhielten die Burschen entweder Fotos und Videos, die fremde junge Frauen bei sexuellen Handlungen zeigten, oder Gutscheine für Online-Shops – im Wert von mehr als 32.000 Euro, wie der Angeklagte im Prozess aussagte.

Für den Staatsanwalt ist klar: Der Ex-Pädagoge, der an seiner ehemaligen Schule sehr beliebt war, hat sich das Vertrauen der Buben auf „perfide und widerliche Weise“ erschlichen.

Dem Mann drohen bis zu fünf Jahre Haft

Neben dem Vorwurf, sich Aufnahmen mit sexuellem Inhalt von Minderjährigen erschlichen zu haben, geht es in dem Prozess unter anderem um Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses, teilweise versuchte Nötigung, Erpressung, Täuschung, Verleumdung, Unterdrückung eines Beweismittels und falsche Beweisaussage. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren.

Verhandelt wird über die Fälle von 15 namentlich bekannten Burschen, die bis auf einen alle seine Schüler waren. In sozialen Netzwerken gab er sich als angeblich drogensüchtiges Mädchen aus einer Nachbarschule aus, das die Burschen kannten.

Der Ex-Lehrer soll das Vertrauen der Schüler missbraucht haben

In einem Fall soll der Mann laut Staatsanwaltschaft auf besonders „listige Art und Weise“ vorgegangen sein: Ein Bursche vertraute ihm an, dass er ein Auge auf ein Mädchen geworfen habe. Daraufhin gab er vor, ihm helfen und ihn verkuppeln zu wollen. Dazu seien aber bestimmte Handlungen notwendig, um dem Mädchen seine Aufrichtigkeit zu beweisen – so erschlich er sich Videos und Fotos des Burschen bei sexuellen Handlungen.

Einen Schüler soll der Lehrer über Jahre hinweg auch körperlich missbraucht haben – konkret in der Schule, in leeren Klassenzimmern oder im „Geo-Kammerl“. Das bestreitet der Pädagoge jedoch. 

Der Lehrer ist großenteils geständig

„Ich stehe zu allen schrecklichen Sachen, die ich gemacht habe, aber auch nur das, was ich gemacht habe.“ Aufgrund der Datenmenge habe er zeitweise sogar den Überblick verloren – ebenso wie über seine Ausgaben für die Gutscheincodes. „Wenn sie nichts mehr schicken wollten, habe ich ihnen mehr geboten.“

Der Ex-Pädagoge betonte vor Gericht, dass er nur Jungen kontaktiert habe, die bereits 14 Jahre alt waren. Laut Staatsanwaltschaft gab es jedoch ein Opfer, das zum Tatzeitpunkt noch minderjährig war. „Die Neigung zu Jugendlichen habe ich in der Schule entwickelt“, sagte er. Er befindet sich deswegen in Behandlung. Der Prozess wird im Februar fortgesetzt.

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