HomeNewsChronikHass-Schmierereien in Bayern: 21-Jähriger festgenommen

Hass-Schmierereien in Bayern: 21-Jähriger festgenommen

Nach einer Serie von Nazi- und homophoben Schmierereien im oberbayerischen Wolfratshausen hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst. Der 21-Jährige soll für mehrere Sachbeschädigungen verantwortlich sein. Die Ermittlungen laufen weiter.

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Die Polizei hat einen 21-jährigen Mann festgenommen, der im Verdacht steht, im oberbayerischen Wolfratshausen und Umgebung LGBTI-feindliche Hassbotschaften gesprüht zu haben. Ein aufmerksamer Zeuge hatte den Verdächtigen beim Beschmieren von Wahlplakaten beobachtet und sofort die Polizei alarmiert.

Bei der Festnahme stellte sich heraus, dass der deutsche Staatsbürger aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bereits im Visier der Ermittler war. Er wurde von der Polizeiinspektion Wolfratshausen vorläufig festgenommen.

Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Sachbeschädigung

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wird der 21-Jährige mit mehreren Straftaten in Verbindung gebracht. Unter anderem werden ihm Schmierereien an zwei schwulen Geschäften in Wolfratshausen zur Last gelegt. Dort waren Hakenkreuze und homophobe Parolen wie „Fuck lsbtq“ an die Fassaden gesprüht worden.

Außerdem ermittelt die Kriminalpolizei gegen den Mann wegen Sachbeschädigung in Eurasburg, Münsing, Icking und Egling. Er soll zahlreiche Wahlplakate besprüht oder abgerissen haben – mit Ausnahme von Plakaten der AfD. Auch die Beschädigung einer Regenbogenfahne und mehrerer Autos wird ihm zugeschrieben. Die Polizei spricht von einem außergewöhnlichen Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro.

Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Gegen den Mann wird nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie der Sachbeschädigung ermittelt. Nach einem Bericht der OVB-Heimatzeitungen hatte der Mann auf seinem Autokennzeichen die Zahlenkombination 88. Dabei handelt es sich um einen versteckten Code für „Heil Hitler“.

Die Kriminalpolizei Weilheim prüft derzeit weitere mögliche Tatzusammenhänge. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Tatverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt.

Solidaritätskundgebung gegen rechte Gewalt

Die Schmierereien an den Geschäften in Wolfratshausen hatten in der Stadt Entsetzen ausgelöst. Rund 150 Menschen versammelten sich zu einer Solidaritätskundgebung. 

Bürgermeister Klaus Heilinglechner verurteilte die Tat scharf: „Es macht nicht nur traurig, sondern auch fassungslos, wenn man solche widerlichen Schmierereien an völlig unbescholtenen Geschäften sieht.“ Auf der Homepage der Stadt betonte Heilinglechner zudem: „Wolfratshausen ist bunt und soll es auch bleiben!

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