Am sechsten Tag im Dschungelcamp kam es zu einer hitzigen Diskussion über Homosexualität. Den Ausgangspunkt bildete eine Frage von Anna-Carina Woitschack an Schauspieler Pierre Sanoussi-Bliss. Die Sängerin wollte wissen, ob er immer schon gewusst habe, dass er schwul sei. Der 62-Jährige nahm die Frage mit Humor: „Ich bin mit Pumps auf die Welt gekommen.“
Das Gespräch entwickelte sich weiter, als Woitschack von ihren eigenen Erfahrungen mit Vorurteilen berichtete. Reality-Star Sam Dylan habe sie zunächst als „Diva“ abgestempelt, aber mit der Zeit andere Seiten an ihm entdeckt. In diesem Zusammenhang mischte sich Jörg Dahlmann ein – mit einer Aussage, die im Camp für Irritationen sorgte.
„Schwule lieben doch Schlager?“
Der Sportjournalist äußerte die Meinung, dass Schwule für gewöhnlich eine Vorliebe für Schlagermusik hätten. Sanoussi-Bliss widersprach sofort: „Das ist ein Klischee, das du wahrscheinlich selbst nährst.“
Dahlmann ließ jedoch nicht locker und begründete seine Ansicht mit persönlichen Erlebnissen: Er kenne eine Schwulenbar, in der ausschließlich Schlager gespielt werde. Sanoussi-Bliss, zunehmend genervt, stellte klar: „Ich bin schwul und liebe keinen Schlager.“
Die Situation spitzte sich weiter zu, als Nina Bott das Gespräch auf eine neue Ebene hob. Die Moderatorin wandte sich an Dahlmann und fragte überrascht: „Du bist auch schwul? Das wusste ich nicht!“ Dahlmann reagierte empört: „Ich rede mit dir drei Tage nicht mehr, nachdem du gesagt hast, ich bin schwul. Ich bin zu 100 Prozent heterosexuell.“
Pierre Sanoussi-Bliss kontert
Sanoussi-Bliss konnte Dahlmanns Reaktion nicht nachvollziehen. „Du sagst das so, als wäre das etwas Schlimmes! Und das ist das Schlimme“, kritisierte er. Dahlmann versuchte sich zu erklären: „Ich liebe Schwule, aber ich bin hetero. Ich finde, Schwule haben viel mehr Empathie und Sinn für das Schöne.“
Doch diese nächste Verallgemeinerung löste bei Sanoussi-Bliss nur weiteres Kopfschütteln aus. Im Dschungeltelefon äußerte sich der Schauspieler später zu dem Vorfall. Klischeedenken rege ihn mittlerweile kaum noch auf, sagte er.
„Da kann man ja hier im Dschungel ’ne Menge lernen, dass es nicht nur das eine Bild eines Schwulen gibt.“ Er beendete seine Ausführungen mit einer deutlichen Ansage: „Wer an sowas jetzt noch glaubt, dass wir alle gleich sind … Herzlich Willkommen, 1950! Ich bin wie du, wir sind wie ihr. Es wird langsam Zeit, das zu akzeptieren.“
Diskussionen im Netz
Nach der Ausstrahlung der Szene gingen die Reaktionen im Netz auseinander. Viele Zuschauer zeigten sich fassungslos über Dahlmanns Aussagen. Auf Social Media häuften sich Kommentare wie: „Jörg, ganz dünnes Eis“, „So viele Klischees auf einmal“ oder „Total veraltete Ansichten.“ Gleichzeitig erhielt Sanoussi-Bliss viel Zuspruch für seine ruhige, aber bestimmte Reaktion.
Ob die Diskussion noch Auswirkungen auf das weitere Zusammenleben im Camp hat, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Debatte hat nicht nur im Camp, sondern auch außerhalb hohe Wellen geschlagen. Wie es weitergeht, das ist jeden Tag ab 20.15 Uhr in RTL zu sehen – und rund um die Uhr im Streamingdienst RTL+.

