HomeNewsChronikSchwule Männer in Dating-Falle gelockt: Burschen filmten Angriff

Schwule Männer in Dating-Falle gelockt: Burschen filmten Angriff

Mitte Jänner konnte die Polizei in Hessen einen Ermittlungserfolg melden: Fünf Jugendliche, die schwule und bisexuelle Männer überfallen hatten, konnten ausgeforscht werden. Jetzt wurde bekannt: Die Burschen haben zumindest eine ihrer Taten auch gefilmt - und in ihrer Schule herumgezeigt.

Hinweis
Dieser Beitrag ist älter als 1 Jahr.

Es war ein Fall, der Aufsehen erregte: Über Monate hatte eine Gruppe von fünf Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren im hessischen Main-Taunus-Kreis schwulen und bisexuellen Männern über Dating-Apps wie Grindr oder Romeo aufgelauert, um sie zu verprügeln und teilweise auch auszurauben.

Acht Fälle sind der Polizei bekannt – doch es könnte noch weitere Opfer geben

Dem zuständigen Polizeipräsidium Westhessen sind bislang acht Fälle bekannt. Alter und Herkunft der Opfer und Tatverdächtigen sowie die Tatorte wurden nicht bekannt gegeben. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich noch weitere Opfer melden. Die Ermittler appellieren daher an mögliche weitere Opfer, sich bei der Polizei zu melden.

Wie der Hessische Rundfunk (hr)  berichtet, konnten die Tatverdächtigen Mitte Januar an ihrer Schule festgenommen werden. Alle fünf Jugendlichen besuchten zur Tatzeit dieselbe Gesamtschule im Main-Taunus-Kreis. Für die Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.

In ihrer Schule brüsteten sich die Burschen mit den Taten

Sie sollen sich vor Mitschülern mit den Überfällen gebrüstet haben: Nach Angaben des hr soll sich mindestens einer der Täter bei dem Überfall auch gefilmt und das Video seinen Mitschülern gezeigt haben. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden bestätigte auf Anfrage die Existenz eines solchen Videos.

Im Zusammenhang mit den Übergriffen sei inzwischen auch ein Lehrer eines der Beschuldigten vernommen worden. Mit einer Anklage wird in den nächsten Monaten gerechnet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Überfälle nach Fake-Dates sind keine Ausnahme mehr

Die Taten sind kein Einzelfall: Bereits im September 2024 wurden in Darmstadt Jugendliche festgenommen, die mit einer ähnlichen Masche in mindestens acht Fällen Männer ausgeraubt haben sollen.

Für die Täter ist das Risiko bei solchen Taten oft überschaubar. „Die Täter wissen, dass ihre Opfer in der Regel ein gewisses Vertrauen in die Anonymität der App haben und oft nicht mit einer Bedrohung rechnen“, sagt Florian Meerheim, Vorsitzender des Vereins lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (Velspol) in Hessen, dem hr.

Mehr News