HomeSzeneWienDrohungen nach Posting von queerer "Halal Factory": Gay-Party muss Location wechseln

Drohungen nach Posting von queerer „Halal Factory“: Gay-Party muss Location wechseln

Die „Connect“ hat sich in den letzten Jahren zu einer der beliebtesten Partys der Wiener Gay-Szene entwickelt. Doch nach einem Posting einer Gruppe arabischstämmiger Queers sieht es sich Drohungen ausgesetzt - und muss die Location wechseln.

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Harte Beats und gestählte Muskeln, jedes Mal unter einem anderen Motto. Das ist das Geheimnis von „Connect“, einer der beliebtesten Gay-Partys in Wien. Doch für die nächste Ausgabe, die am 1. März stattfinden soll, gibt es unerwartete Probleme, die die Veranstaltung bedrohen.

Unter dem Motto „Habibi“ sollten die arabischstämmigen Gäste gefeiert werden

Unter dem Motto „Habibi“ sollte im ersten Mal im „Celeste“ inmitten der Szene im 5. Bezirk gefeiert werden. So sollten auch die zahlreichen arabischstämmigen Männer, die das Clubbing zahlreich besuchen, einmal ins Scheinwerferlicht treten können. Doch dazu wird es nicht kommen.

Eine queere Gruppe namens „Halal Factory Vienna“ hat auf ihrem Instagram-Reel gegen die Veranstaltung mobil gemacht. Die Veranstaltung sei „ein Akt der kulturellen Aneignung, der Profit mit arabischen Queers macht“ – vor allem, weil es nicht von Arabern organisiert werde, so das Kollektiv, das laut Eigendefinition „von arabischen Burschen und Queers gegründet wurde“.

Protest von der queeren „Halal Factory Vienna“

Außer mit dem Titel der Veranstaltung war die Gruppe auch mit dem Plakat, das einen Araber mit freiem Oberkörper zeigte, unzufrieden. Schnell fanden sich in Sozialen Netzwerken Unterstützer:innen des Kollektivs – und bald gab es mehr als hundert Drohungen, vor allem gegen den Veranstaltungsort. Zunächst habe das „Celeste“ das „Connect“-Team gebeten, das Wort „Habibi“ aus ihrer Veranstaltung zu entfernen – doch weil der Druck immer stärker wurde, haben sie das „Connect“ schließlich abgesagt.

Die Organisatoren Andi Mik und Ifet können das nicht verstehen: Das „Connect“-Team bestehe aus Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Identitäten, betonen sie. Die Veranstaltung sei auch „ein Versuch, die Vielfalt zu feiern und einen Raum für den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und Perspektiven zu schaffen“.

„Connect“ soll Brücken bauen und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit schaffen

„Unser Ziel bei Veranstaltungen wie dieser ist es, eine Plattform zu bieten, die Brücken zwischen Gemeinschaften schlägt und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit fördert. Wir laden ein, mit uns in einen direkten Dialog zu treten, um gegenseitigen Respekt und Verständnis zu fördern“, macht Andi Mik der „Halal Factory Vienna“ trotz allem ein Gesprächsangebot.

Für das „Connect“ im März sucht man nun einen neuen Veranstaltungsort. Auf das Motto „Habibi“ will man nach Informationen von GGG.at verzichten, auch soll es ein neues Plakat geben. Womit sich die Veranstalter zumindest teilweise dem Druck der selbsternannten „Halal Factory“ beugen.

Dabei ist mehr als fraglich, welchen Stellenwert die „Halal Factory Vienna“ innerhalb der queeren arabischen Community in Wien überhaupt hat. Nach Recherchen von GGG.at gehen etliche Mitglieder dieser Community auf Distanz zur Gruppierung, einige sprechen sogar von „nationalistischen Provokationen“ des Gründers. Ein Verhalten, das nun eines der letzten verbliebenen Gay-Clubbings in Wien in Gefahr gebracht hat.

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