Ein 24-jähriger Mann stand in Innsbruck vor Gericht, weil er eine trans Person auf Facebook bedroht hatte. „Du gehörst abgeschlachtet“, schrieb er unter das Profil eines Mannes, der regelmäßig Make-up trägt und Frauenkleider postet. Die Staatsanwaltschaft klagte ihn daraufhin wegen Verhetzung an.
Richterin betont die Schwere der Tat
Der Angeklagte, ein gebürtiger Russe, lebt seit 14 Jahren in Tirol. Vor Gericht versuchte er, sich zu erklären. „Ich habe nicht nachgedacht, war frustriert und übermüdet“, sagte er laut Kronen Zeitung. Zudem habe er am Vorabend mit seiner Ex-Freundin gestritten.
Der 24-Jährige betonte, dass er seinen Kommentar inzwischen bereue. Er habe deshalb sogar seinen Job verloren. „Es war eine Dummheit“, gab er zu. Die Richterin machte jedoch klar, dass die Worte eindeutig seien. „Das, was Sie geschrieben haben, war ja mehr als eindeutig“, stellte sie fest. Der Satz lasse keinen Interpretationsspielraum und rufe zu einer Straftat auf.
Diversion statt Verurteilung
Weil der Angeklagte Reue zeigte, entschied das Gericht auf eine Diversion. Er muss nun ein Jahr lang am Programm „Dialog statt Hass“ des Vereins Neustart teilnehmen. Damit entgeht er einer Verurteilung. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

