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Merz und die Geschlechterfrage: Streit in der Union

CDU-Chef Friedrich Merz zeigt Verständnis für Donald Trumps Haltung zu nur zwei Geschlechtern – der eigene Parteiverband LSU widerspricht deutlich.

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In der CDU sorgt eine Aussage von Kanzlerkandidat Friedrich Merz für Spannungen. Der Unionschef hatte sich im TV-Duell von ARD und ZDF am Sonntagabend zu einer Entscheidung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump geäußert, die offiziell nur zwei Geschlechter anerkennt. Merz erklärte dazu: „Das ist eine Entscheidung, die ich nachvollziehen kann.“

LSU widerspricht Merz und Trump

Diese Aussage löste umgehend Kritik aus – auch aus den eigenen Reihen. Der CDU-nahe Verband „Lesben und Schwule in der Union“ (LSU) ging am Montagmorgen auf Distanz zum Parteivorsitzenden. Auf Instagram veröffentlichte der LSU-Bundesverband ein Bild mit den Worten: „Frau. Mann. Divers.“

In dem dazugehörigen Text stellte die LSU klar: „Wir wissen, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Die Haltung von Menschen wie Präsident Trump können wir nicht nachvollziehen.“ Damit widersprach der Verband nicht nur Trump, sondern auch dem eigenen Kanzlerkandidaten direkt – und griff dabei bewusst die Wortwahl von Merz auf.

Trump hatte seine Entscheidung als Schutz von Frauenrechten dargestellt. Unter anderem schloss er Trans-Frauen von Frauenwettbewerben im Sport aus. Während Kritiker dies als Diskriminierung sehen, argumentieren Unterstützer, es gehe darum, die sogenannte Gender-Ideologie zurückzudrängen.

Grundgesetz und Verfassungsgericht als Gegenargumente

Die LSU berief sich in ihrem Beitrag auf das Grundgesetz und das Bundesverfassungsgericht. In einem Urteil von 2017 hatte das höchste deutsche Gericht festgestellt, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht – konkret Artikel 2 des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 1 – schütze die geschlechtliche Identität, hieß es damals.

Damit deutet die LSU an, dass die Position von Merz aus ihrer Sicht nicht mit der Verfassung im Einklang steht. Ein bemerkenswerter Vorwurf – insbesondere innerhalb der eigenen Partei.

Auch Scholz widerspricht Merz deutlich

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD nahm im TV-Duell Stellung. Er widersprach Merz entschieden: „Ich halte das für unangemessen. Jeder Mensch soll so glücklich sein, wie er glücklich sein möchte.“ Zudem betonte Scholz: „Wenn Menschen sich nicht einordnen wollen, dann soll ihnen das auch möglich gemacht werden.“

Die Debatte über Geschlechtervielfalt bleibt damit ein Streitpunkt – nicht nur zwischen den politischen Lagern, sondern auch innerhalb der CDU.

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