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Queere Wahlstudie: Union und AfD ohne Chance

Die wissenschaftliche Antwort auf die Wahlumfrage eines Dating-Portals zeigt: Queere Menschen in Deutschland wählen anders als die Gesamtbevölkerung. Grüne und Linke sind besonders stark, während Union und AfD kaum Zuspruch finden.

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Die Justus-Liebig-Universität Gießen und der LSVD+ haben ihre Wahlstudie zur Bundestagswahl 2025 veröffentlicht. Rund 10.000 Menschen nahmen an der Online-Befragung teil. Das Ergebnis: Die Grünen bleiben mit 43,5 Prozent die beliebteste Partei unter queeren Wähler:innen, verlieren aber fast neun Prozentpunkte im Vergleich zu 2021. Die Linke legt dagegen zu und erreicht 24,9 Prozent. Die SPD folgt mit 7,2 Prozent.

Schlecht schneiden CDU/CSU (3,3 Prozent) und AfD (2,8 Prozent) ab – beide würden klar an der Fünfprozenthürde scheitern. Besonders hart trifft es die FDP: Sie fällt auf nur noch 2,0 Prozent und liegt damit sogar hinter Volt (3,0 Prozent). Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt auf 1,6 Prozent.

Unterschiede innerhalb der queeren Community

Nicht alle queeren Menschen wählen gleich. Lesbische Frauen bevorzugen überdurchschnittlich oft die Grünen – 52,5 Prozent würden sich für die Partei entscheiden. Trans Personen hingegen setzen verstärkt auf Die Linke, die in dieser Gruppe auf fast 50 Prozent kommt. Besonders ausgeprägt ist das bei trans Männern: 57 Prozent von ihnen würden Die Linke wählen. Die SPD ist vor allem bei älteren queeren Menschen beliebt, während jüngere eher Die Linke unterstützen.

Auch diese Studie ist nicht repräsentativ, da die genaue Anzahl queerer Menschen in Deutschland nicht bekannt ist. Viele leben ungeoutet oder zählen sich nicht offiziell zur Community.

Widerspruch zur Romeo-Umfrage

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Justus-Liebig-Universität widersprechen einer kürzlich präsentierten Umfrage des Dating-Portals Romeo diametral. Diese ergab eine starke AfD-Präferenz: 27,9 Prozent der Teilnehmer gaben an, die AfD zu wählen, gefolgt von Grünen (19,9 Prozent) und Union (17,6 Prozent). Allerdings räumte das Portal ein, dass Manipulationen möglich waren.

Die Gießener Studie zeigt dagegen: Queere Menschen wählen mehrheitlich Parteien, die sich aktiv für ihre Rechte einsetzen. Laut den LSVD+-Wahlprüfsteinen unterstützen vor allem Grüne, Linke und SPD queere Projekte.

Große Unterschiede zur Gesamtbevölkerung

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung fallen die Unterschiede deutlich auf. Eine aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen sieht die Union mit 30 Prozent klar vorn, gefolgt von der AfD mit 20 Prozent. SPD und Grüne liegen jeweils bei 15 Prozent, Die Linke bei sechs Prozent.

Die Studie zeigt damit, dass queere Wählerinnen ganz andere Prioritäten setzen. Parteien, die sich für LGBTI-Rechte starkmachen, haben in dieser Gruppe die größten Chancen.

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