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London: Legendäre G-A-Y Bar in Soho steht zum Verkauf

Nach Schließungen und finanziellen Verlusten zieht Besitzer Jeremy Joseph einen Schlussstrich. Die sich wandelnde Szene und hohe Kosten machen den Betrieb immer schwieriger.

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Die bekannte G-A-Y Bar im Londoner Stadtteil Soho steht zum Verkauf. Nach einem turbulenten Jahr für die G-A-Y-Kette, zu der auch G-A-Y Late und Heaven gehören, zieht sich der Besitzer Jeremy Joseph nun aus dem Geschäft zurück.

Joseph, der die Bar seit Jahren betreibt, nennt mehrere Gründe für seine Entscheidung. Finanzielle Verluste nach der vorübergehenden Schließung des Schwesterclubs Heaven sowie die sich verändernde queere Szene in Soho haben seine Entscheidung maßgeblich beeinflusst.

Heaven-Schließung mit weitreichenden Folgen

Im November 2023 musste der bekannte Nachtclub Heaven vorübergehend schließen, nachdem ein Sicherheitsmitarbeiter des Clubs der Vergewaltigung beschuldigt worden war. Während des Überprüfungsverfahrens für die Lizenz bezeichnete die Metropolitan Police den Club als “den größten Verursacher von Kriminalität im Bezirk”. Daraufhin wurde der Club von den Behörden vorübergehend geschlossen und durfte erst im Dezember unter strengeren Auflagen wieder öffnen.

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Für Joseph war die Schließung nicht nur finanziell, sondern auch psychisch eine enorme Belastung. „Ich habe dem Genehmigungsausschuss von Westminster deutlich gemacht, dass selbst eine kurze Schließung der Heaven G-A-Y Bar finanziell gefährlich sein könnte“, schrieb er in einem Statement auf Instagram. „Selbst nach der Wiedereröffnung wird der Schaden finanziell und mental irreparabel sein.“

Wandel der queeren Szene in Soho

Neben den finanziellen Problemen sieht Joseph auch eine generelle Veränderung der Szene als Grund für den Verkauf. Soho, einst als lebendiges LGBTI-Viertel bekannt, habe sich in den letzten Jahren stark verändert.

„Als ich G-A-Y gründete, war es immer mein Ziel, einen Standort in der Old Compton Street oder der Canal Street zu haben – den schwulsten Straßen in den schwulsten Hauptstädten“, sagt Joseph. „Aber das ist nicht mehr so. Die Old Compton Street hat eine neue Identität. Heute gibt es dort Restaurants, Cafés und Imbisse, aber die Straße, die einst als Zentrum der LGBTQ+-Community galt, gibt es so nicht mehr.“

Kritik an Behörden und fehlender Unterstützung

Joseph kritisierte auch den Westminster City Council und die Metropolitan Police. Sie seien zu abweisend gegenüber Maßnahmen gewesen, die das Nachtleben hätten unterstützen können, wie zum Beispiel längere Schanklizenzen.

„Es ist ein ständiger Kampf, besonders in der aktuellen Wirtschaftskrise, die den gesamten Gaststättensektor hart trifft“, sagt er. „Ich habe nicht das Gefühl, dass sich jemand mit Einfluss für die Gastronomie einsetzt – und schon gar nicht für LGBTQ+-Lokale.“

Mögliche Zukunft der G-A-Y Bar

Die G-A-Y Bar wurde online zum Verkauf angeboten. Die jährliche Pacht beträgt 410.000 Pfund, etwa 490.000 Euro. Joseph sagte, er hoffe, dass die Bar ein Treffpunkt für die queere Community bleibe und könne sich eine Franchise-Lösung vorstellen. Allerdings sei er skeptisch, ob dies in der aktuellen Situation realistisch sei.

Trotz der traurigen Entscheidung empfindet Joseph auch Erleichterung: „Ich bin traurig, aber auch erleichtert, weil ich die Veränderungen vornehme, die ich brauche, um meinen Seelenfrieden zu finden“.

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