HomeNewsSportStreit um trans Athletinnen: IOC wehrt sich gegen kremlnahen Boxverband

Streit um trans Athletinnen: IOC wehrt sich gegen kremlnahen Boxverband

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) widerspricht den Vorwürfen des umstrittenen Boxverbands Iba. Die Organisation betont, dass Lin Yu-ting und Imane Khelif keine trans Athletinnen seien.

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Nach den angekündigten Klagen des vom IOC ausgeschlossenen Boxverbandes Iba in der Gender-Debatte um die Olympiasiegerinnen Lin Yu-ting und Imane Khelif hat nun das IOC Stellung bezogen. Die Iba hatte angekündigt, das IOC zu klagen, weil es die beiden Boxerinnen nicht sperren will.

IOC verteidigt Lin Yu-ting und Imane Khelif

Der umstrittene Boxverband mit seinem Präsidenten Umar Kremlew hatte angekündigt, beim Schweizer Generalstaatsanwalt offiziell Beschwerde gegen das Vorgehen des IOC einzulegen. Auch in Frankreich und den USA sollen Klagen folgen. 

„Die beiden von der Iba genannten Athletinnen sind keine Transsexuellen. Sie wurden als Frauen geboren, sind als Frauen aufgewachsen und haben während ihrer gesamten Boxkarriere in der Frauenklasse gekämpft“, teilte nun das Olympische Komitee mit. Die geplanten Klagen der IBA seien „ein weiteres Beispiel für die Kampagne der IBA gegen das IOC“.  

Auch Imane Khelif, die in Paris die Goldmedaille im Weltergewicht gewann, kündigte rechtliche Schritte gegen die Iba an. Auf Instagram erklärte sie: „Mein Team und ich werden alle notwendigen rechtlichen Schritte einleiten, um sicherzustellen, dass meine Rechte und die Prinzipien des fairen Wettbewerbs respektiert werden“.

Iba plant Klagen in mehreren Ländern

Die Iba, die als russlandfreundlich gilt, sieht sich in ihrer Haltung wiederum durch ein Dekret des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump bestärkt. Trump will trans Frauen grundsätzlich vom Frauensport ausschließen. 

Der Streit zwischen IOC und IBA zieht sich bereits seit Jahren hin. Nach wiederholten Verstößen gegen Transparenz- und Integritätsstandards entschied das IOC, die Boxwettkämpfe in Tokio und Paris selbst zu organisieren.

Im Sommer 2023 wurde die IBA nach vorheriger Suspendierung endgültig aus der olympischen Gemeinschaft ausgeschlossen. Die Iba kämpft weiter um Anerkennung und nutzt politische Debatten wie die um Transsexuelle als Druckmittel.  

IOC: Disqualifikation der Boxerinnen war „willkürlich

Die Kontroverse erreichte ihren Höhepunkt, nachdem Lin Yu-ting – immerhin zweifache Goldmedaillengewinnerin der IBA-Weltmeisterschaften – und Imane Khelif bei den Olympischen Spielen in Paris Goldmedaillen in ihren Gewichtsklassen gewonnen hatten. Die IBA hatte die beiden Sportlerinnen bereits von den Weltmeisterschaften 2023 ausgeschlossen. 

Kremlew hatte damals gegenüber der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass erklärt, Lin und Khelif hätten „XY-Chromosomen“ und damit ihre Konkurrentinnen getäuscht, indem sie sich als Frauen ausgaben. Diese Behauptungen wurden international kritisiert. Die IBA blieb jedoch Beweise dafür schuldig.  

Verband als verlängerter Arm des Kreml?  

Das IOC wirft der Iba vor, mit der Disqualifikation der beiden Boxerinnen politische Ziele verfolgt zu haben. Die Organisation erklärte, dass weder Lin noch Khelif vor Paris eine „perfekte Bilanz“ gehabt hätten und es keine sportlichen Gründe für ihren Ausschluss durch die IBA gegeben habe. Die Entscheidung sei „willkürlich“ gewesen.  

Beobachter vermuten politische Motive hinter dem Vorgehen der Iba. Der Verband gilt als enger Verbündeter des Putin-Regimes und wird von Gazprom finanziell unterstützt. Unter Kremlev hat die Iba ihre Strukturen weitgehend nach Russland verlagert. Kritiker sehen in der aktuellen Auseinandersetzung einen Versuch, den Ausschluss Russlands von den Olympischen Sommerspielen wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine zu unterlaufen.  

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