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Lissabon: Polizeirazzia bei queerer Party sorgt für Empörung

Zum vierten Mal in fünf Monaten drangen Einsatzkräfte ohne richterlichen Beschluss in die queere Location Planeta Manas ein. Die queere Community spricht von Polizeigewalt und Repression.

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In der Nacht auf Samstag, den 8. Februar, stürmten Zivilpolizisten den queeren Club Planeta Manas in Lissabon. Laut Aussagen des Clubs geschah dies ohne vorherige Ankündigung oder richterlichen Durchsuchungsbefehl. Es war bereits das vierte Mal innerhalb von fünf Monaten, dass die Polizei mit Gewalt in den Veranstaltungsort eindrang.

Zum Zeitpunkt der Razzia feierte der Club das zweijährige Jubiläum der Partyreihe CURVS, eine queere Body-Positivity-Veranstaltung. Die Organisatoren berichteten, dass Beamt:innen Schlagstöcke einsetzten und Besucher:innen bedrohten. Zudem untersagte die Polizei das Filmen des Einsatzes und drohte mit der Beschlagnahmung von Handys.

Wiederholte Polizeieinsätze gegen den Club

Bereits in den vergangenen Monaten kam es zu ähnlichen Vorfällen. Im Dezember 2024 versuchten Einsatzkräfte ebenfalls, ohne richterlichen Beschluss in den Club einzudringen. Kritiker:innen sehen in diesen Maßnahmen einen gezielten Angriff auf queere Räume und die unabhängige Kulturszene der Stadt.

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„In fünf Monaten war dies bereits der vierte Vorfall dieser Art“, erklärte das Clubkollektiv in einem Statement. Die Betreiber:innen beklagen, dass sie keine Informationen über die Gründe der wiederholten Razzien erhalten hätten. „Die Polizei hat das Prinzip der Versammlungsfreiheit, das in der Verfassung verankert ist, missachtet“, heißt es weiter.

Polizei bestreitet Vorwürfe

Die portugiesische Polizei (PSP) äußerte sich zu den Vorwürfen und erklärte gegenüber dem Portal A Cabine, dass es sich lediglich um eine „Überprüfung der rechtlichen Konformität des Betriebs“ gehandelt habe. Dabei sei es zu „keiner Durchsuchung oder Kontrolle von Personen“ gekommen. Die Maßnahmen seien „notwendig und verhältnismäßig“ gewesen.

Diese Darstellung widerspricht jedoch den Berichten von Anwesenden. In sozialen Netzwerken schilderten Gäste der Veranstaltung eine ganz andere Situation: Mehr als 15 Polizist:innen seien plötzlich in den Club eingedrungen, hätten mit Taschenlampen in die Gesichter der Besucher:innen geleuchtet und die Musik abgeschaltet. Es sei keine Erklärung für das harte Vorgehen gegeben worden.

Kritik aus Politik und Zivilgesellschaft

In Lissabon wächst der Unmut über das Vorgehen der Polizei. Bereits im Oktober 2024 kam es zu Protesten gegen Polizeigewalt. Der linksgerichtete Bloco de Esquerda richtete eine Anfrage an das Innenministerium und forderte eine Erklärung für die wiederholten Einsätze im Planeta Manas.

Die Associação Cultural Mina, die hinter dem Club steht, kündigte an, weiter für ihr Recht auf freie kulturelle Entfaltung zu kämpfen. In einem Statement betonten die Betreiber:innen: „Wir werden uns nicht vom Missbrauch staatlicher Gewalt einschüchtern lassen.“ Eine laufende GoFundMe-Kampagne soll rechtliche Schritte gegen die Polizei finanzieren und die queere Community in Lissabon stärken.

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