Oscar Wildes einziger Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ gehört zu den bekanntesten Werken der Weltliteratur. Die Geschichte des jungen Dorian, der seine Seele dafür gibt, ewig jung zu bleiben, während sein Porträt die Spuren seines ausschweifenden Lebens trägt, fasziniert seit ihrer Veröffentlichung 1890. Nun erscheint das Werk in einer hochwertigen Neuausgabe mit Illustrationen des französischen Künstlers Benjamin Lacombe im Verlag Jacoby & Stuart.
Lacombe, einer der renommiertesten Illustratoren Frankreichs, hat sich der Herausforderung gestellt, die düstere Atmosphäre des Romans visuell einzufangen. Seine detaillierten und oft surreal wirkenden Bilder geben dem Werk eine neue, vielschichtige Dimension. „Die Illustration ermöglicht eine andere Art der Lektüre, sie lädt dazu ein, den Text neu zu entdecken“, erklärt Lacombe.
Teil der exklusiven Reihe „Papillon Noir“
Die Neuausgabe von „Das Bildnis des Dorian Gray“ ist Teil von Lacombes Buchreihe „Papillon Noir“, die klassische Literatur mit hochwertigen Illustrationen für ein erwachsenes Publikum verbindet. Neben Dorian Gray umfasst die Kollektion bereits„Carmen“ von Prosper Mérimée, das auf Deutsch noch nicht erschienen ist, sowie „Die Hexen von Venedig“ von Sébastien Perez. Weitere Titel sind geplant.
Die Buchreihe legt besonderen Wert auf eine aufwendige Gestaltung. So enthält „Das Bildnis des Dorian Gray“ spezielle Drucktechniken wie transparente und opake Elemente, die die symbolische Tiefe der Geschichte unterstreichen. Die Verarbeitung erinnert an edle Kunstbände des 19. Jahrhunderts, ein Stil, der bewusst an große Illustratoren wie Gustave Doré oder Arthur Rackham angelehnt ist.
Ein Werk mit historischer Tragweite
Neben der visuellen Gestaltung bleibt auch die literarische Bedeutung des Romans im Fokus. Ursprünglich als Skandalroman verrufen, beeinflusste Das Bildnis des Dorian Gray nicht nur die Literaturgeschichte, sondern spielte auch eine Rolle im Unzuchtprozess gegen Oscar Wilde.
Die neue Ausgabe enthält ein Nachwort von Wildes Enkel Merlin Holland sowie eine Einleitung des Literaturwissenschaftlers Xavier Giudicelli. Sie richtet sich an Liebhaber klassischer Literatur ebenso wie an Leser, die durch die Illustrationen einen neuen Zugang zu Wildes Meisterwerk finden möchten.


