Am 27. Februar 2025 wird beim Wiener Opernball eine historische Premiere gefeiert: Josef Takats und Stefan Pfister sind das erste Männerpaar, das den traditionsreichen Ball eröffnet. Gemeinsam mit den anderen Debütant:innen schreiten sie über das berühmte Parkett der Wiener Staatsoper.
Ein Frack in Schwarz und Weiß
Ihre Teilnahme ist das Ergebnis eines langen Auswahlprozesses. Schon im Oktober traten sie beim offiziellen Vortanzen im Gustav-Mahler-Saal der Wiener Staatsoper an. Unter den kritischen Augen von Maria Angelini-Santner und Christoph Santner überzeugten sie mit ihrem tänzerischen Können. Neben ihnen bewarben sich 250 Paare, darunter auch erstmals ein trans Paar, Geraldine Schabraque und Mio Glow.
Die klassische Eröffnung des Opernballs folgt festen Regeln – auch in der Kleidung. Takats trägt als „Leader“ einen schwarzen Frack, Pfister als „Follower“ einen weißen. „Es war gar nicht so einfach, einen weißen Frack zu bekommen“, erzählt Pfister im Gespräch mit der Kronen Zeitung . Doch die Farbwahl hat einen klaren Grund: In der klassischen Tanzordnung tragen die führenden Tänzer Schwarz, die folgenden Weiß – unabhängig vom Geschlecht.
Monatelange Vorbereitung auf den großen Abend
Takats und Pfister sind erfahrene Tänzer. Ihre gemeinsame Leidenschaft führte sie vor zwei Jahren zusammen – auf einem Ball. „Es war Liebe auf den ersten Tanz“, erinnert sich Takats. Seither haben sie zahlreiche Bälle besucht und ihre Technik perfektioniert.
Für Takats hat die Teilnahme eine zusätzliche Bedeutung: Mit 27 Jahren ist es seine letzte Chance, als Debütant am Opernball teilzunehmen. „Es gibt Altersgrenzen, und ich bin jetzt an der Obergrenze“, erklärt er.
Ein Zeichen für Normalität
Während ihre Teilnahme für viele ein starkes Zeichen für Vielfalt ist, wollen Takats und Pfister selbst nicht im Mittelpunkt der Debatte stehen. „Für uns ist das ganz normal“, sagt Takats. Dennoch hoffen sie, dass ihr Auftritt andere Paare ermutigt. „Es ist schön, wenn es dazu beiträgt, dass sich mehr Menschen trauen.“

