HomePolitikInternationalUS-Regierung entfernt „Transgender“ von Stonewall-Denkmal-Website

US-Regierung entfernt „Transgender“ von Stonewall-Denkmal-Website

Hinweis
Dieser Beitrag ist älter als 1 Jahr.

Auf der Website des National Park Service für das Stonewall National Monument in New York wurden letzte Woche sämtliche Hinweise auf transgeschlechtliche Personen entfernt. Die Begriffe „Transgender“ und „Queer“ wurden aus den Texten gelöscht, ebenso die Buchstaben „T“ und „Q“ aus dem Akronym LGBTQ. Stattdessen ist nun von der „LGB-Rechtsbewegung“ die Rede.

Diese Änderungen erfolgten im Zusammenhang mit einer Anordnung von Ex-Präsident Donald Trump, die am ersten Tag seiner Amtszeit unterzeichnet wurde. Diese Anordnung sieht vor, dass die US-Regierung Geschlecht nur noch binär – also ausschließlich als männlich oder weiblich – definiert.

Kritik aus Politik und Aktivismus

Die Entscheidung stieß sofort auf heftige Kritik. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul schrieb auf der Kurznachrichten-Plattform X: „Das ist einfach nur grausam und kleinlich. Transgender-Personen spielten eine entscheidende Rolle im Kampf für LGBTQ+-Rechte – und New York wird niemals zulassen, dass ihre Beiträge ausgelöscht werden.“

Die Internet-Archivplattform Wayback Machine dokumentiert, dass auf der Website des National Park Service noch vor wenigen Tagen zu lesen war: „Vor den 1960er Jahren war fast alles am offenen Leben als lesbische, schwule, bisexuelle, transgender oder queere (LGBTQ+) Person illegal.“ Nun heißt es: „Vor den 1960er Jahren war fast alles am offenen Leben als lesbische, schwule oder bisexuelle (LGB) Person illegal.“

Historische Seiten zu den Aktivistinnen Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera sind zwar online verfügbar, doch der generelle Bezug auf trans Personen wurde deutlich reduziert.

Proteste am Stonewall-Denkmal

Am Freitag versammelten sich Aktivist:innen vor dem Denkmal, um gegen die Änderungen zu protestieren. Die Demonstrant:innen hielten Schilder mit Slogans wie „National Park Service, ohne T gibt es keine Geschichte“ hoch.

Stacy Lentz, Mitinhaberin des Stonewall Inn und Geschäftsführerin der Stonewall Inn Gives Back Initiative, schrieb auf Instagram: „Es gibt keinen Pride ohne trans Personen, die diesen Kampf anführen! Der Versuch, sie aus der Geschichte des modernen LGBTQ+-Kampfes zu löschen, wird nicht geschehen!“

In einer Stellungnahme der Bar und der Initiative heißt es außerdem: „Dieser offensichtliche Akt der Auslöschung verdreht nicht nur die Wahrheit unserer Geschichte, sondern entwertet auch die enormen Beiträge von Transgender-Personen – insbesondere von Transgender-Frauen of Color –, die an vorderster Front der Stonewall-Aufstände und der LGBTQ+-Bewegung standen.“

Keine Reaktion von National Park Service

Der National Park Service hat sich bislang nicht öffentlich zu den Änderungen geäußert. Laut der New York Times hat die Behörde jedoch bestätigt, dass die Maßnahmen eine Umsetzung von Trumps Anordnung zur „Wiederherstellung biologischer Wahrheit in der Bundesregierung“ sind.

Die National Parks Conservation Association, eine unabhängige Organisation zum Schutz von Nationalparks, kritisierte die Entscheidung ebenfalls scharf. „Das Löschen von Buchstaben oder Webseiten ändert nichts an der Geschichte oder den Beiträgen unserer transgeschlechtlichen Community-Mitglieder – weder bei Stonewall noch anderswo“, sagte Programmmanager Timothy Leonard.

Das Stonewall National Monument wurde 2016 von Präsident Barack Obama als erstes nationales Denkmal für LGBTI-Geschichte ausgewiesen. Seit 2023 gibt es dort auch ein Besucherzentrum, das mit Unterstützung der Parkbehörde eingerichtet wurde, um die Geschichte der Stonewall-Aufstände umfassender zu erzählen.

Werbungspot_img