Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde bereits am 12. Jänner der 25 Jahre alte trans Mann Antonio Di Gennaro in der Nähe der Piazza Garibaldi in Neapel brutal attackiert. Zwei Männer, darunter ein vorbestrafter Täter, griffen ihn an, nachdem er einer Frau zur Hilfe kam, die wegen eines Verkehrsstreits angegriffen worden war. Während der Attacke wurde Di Gennaro schwer verletzt – er erlitt eine Nasenbeinfraktur sowie weitere Verletzungen.
Die neapolitanischen LGBTI-Organisationen Associazione Transessuali Napoli und Antinoo Arcigay Napoli sprechen von einem klar transfeindlich motivierten Angriff. Trotz der schweren Verletzungen entschied sich Di Gennaro erst nach einigen Wochen, rechtliche Schritte einzuleiten. Er wandte sich an die Associazione Transessuali Napoli, die ihn unterstützte und ihm rechtlichen Beistand vermittelte.
Unterstützung durch LGBTQ+-Organisationen
Die Präsidentinnen der Associazione Transessuali Napoli, Ileana Capurro und Loredana Rossi, bestärkten ihn in seiner Entscheidung, die Täter anzuzeigen. Sie begleiten ihn durch den juristischen Prozess und bieten psychologische Unterstützung an. Auch Daniela Lourdes Falanga, eine bekannte Aktivistin für trans Rechte, äußerte sich zu dem Fall.
„Antonio wurde nicht nur wegen seiner Courage angegriffen, sondern auch, weil er trans ist“, sagte Falanga. „Dieser Vorfall zeigt erneut, wie tief verankert Gewalt und patriarchale Strukturen in unserer Gesellschaft sind.“
Forderung nach strengeren Gesetzen
Sie fordert eine strengere Gesetzgebung. Die Attacke gegen Di Gennaro ist nur eines von vielen Beispielen für die Gewalt gegen Angehörige sexueller Minderheiten in Italien. Aktivist:innen fordern, dass Gewalt gegen trans und nicht-binäre Personen künftig als Hassverbrechen mit vergleichbarer Schwere wie Femizide behandelt wird. Die Associazione Transessuali Napoli setzt sich seit Jahren für eine entsprechende Gesetzesänderung ein.
Die Strafverteidigerin Giorgia De Gennaro vertritt Di Gennaro nun juristisch – sie wurde von der Organisation zur Seite gestellt. Die Ermittlungen laufen, und die LGBTI-Community in Neapel erwartet eine konsequente Verfolgung der Täter.

