Vier Monate nach dem Tod von Liam Payne hat ein argentinisches Gericht entschieden, das Verfahren gegen drei der ursprünglich fünf Beschuldigten einzustellen. Die Justiz warf ihnen vor, den ehemaligen One-Direction-Sänger vernachlässigt und ihm Drogen beschafft zu haben.
Einem Bericht der spanischen Nachrichtenagentur EFE zufolge sprach das Gericht Rogelio Nores, einen befreundeten Unternehmer, sowie die Hotelangestellten Esteban Grossi und Gilda Martín von den Vorwürfen frei. Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass die Vorwürfe des fahrlässigen Totschlags nicht aufrechterhalten werden könnten. Es stellte außerdem klar, dass die drei entlasteten Personen keinen Schaden an ihrem Ruf befürchten müssten.
Liam Payne war vor dem Sturz bewusstlos
Liam Payne war am 16. Oktober 2024 aus dem dritten Stock des Hotels CasaSur in Buenos Aires gestürzt. Eine toxikologische Untersuchung ergab, dass der 31-jährige Musiker vor dem Sturz erhebliche Mengen an Alkohol, MDMA, Kokain und Ketamin konsumiert hatte. Die Gerichtsmediziner kamen zu dem Schluss, dass Payne zum Zeitpunkt seines Sturzes bereits bewusstlos gewesen sein könnte.
Überwachungsaufnahmen zeigen, dass Hotelangestellte ihn wenige Minuten vor seinem Tod in sein Zimmer brachten. Die Untersuchungsbehörden warfen ihnen vor, keine medizinische Hilfe gerufen zu haben. Die Hotelmanagerin verteidigte sich jedoch mit der Aussage, dass das Hotel keine medizinische Einrichtung sei.
Zwei Verdächtige bleiben in Haft
Während drei Angeklagte nun freigesprochen wurden, bleiben zwei weitere Männer in Untersuchungshaft. Braian Nahuel Paiz, ein ehemaliger Kellner, und Ezequiel Pereyra, ein Hotelangestellter, stehen weiterhin unter Verdacht, Payne mehrfach mit Drogen versorgt zu haben. Ihnen drohen im Falle einer Verurteilung zwischen vier und 15 Jahren Haft.
Den bisherigen Ermittlungen zufolge sollen sie Payne innerhalb weniger Stunden mehrmals illegale Substanzen übergeben haben. In einer späteren Aussage gab Nahuel Paiz zu, dass er mit dem Musiker gefeiert und Kokain konsumiert habe. Er erklärte: „Wir haben die Nacht zusammen verbracht, Drogen genommen, es war eine intime Situation. Ich habe ihn nicht als beeinträchtigt wahrgenommen.“
Liam Paynes letzte Stunden in Buenos Aires
Gerichtsakten, die der britischen Zeitung Daily Mail vorliegen, legen nahe, dass Payne am Tag seines Todes über eine Website zwei Prostituierte bestellte. Die Frauen gaben an, dass der Sänger bereits unter starkem Drogeneinfluss stand, als sie in seinem Zimmer ankamen. „Alles war chaotisch, überall lagen Drogenreste herum. Er roch stark nach Alkohol, aber wirkte ansonsten normal“, schilderte eine von ihnen vor Gericht.
Nach mehreren Stunden habe Payne, der anderen Medienberichten zufolge mit seiner Sexualität haderte, die Frauen jedoch ohne Bezahlung weggeschickt und dabei seine Hotelzimmerausstattung beschädigt. Die Ermittlungen zu Paynes Tod dauern weiter an.

