Salt Lake City, bekannt als Zentrum der Mormonen, gilt als eine der konservativsten Städte der USA. Doch gleichzeitig ist sie Heimat einer wachsenden und stolzen queeren Community. Diesen Kontrast beleuchtet das internationale Magazin Elska nun in einer Ausgabe. Für die 49. Ausgabe reiste Herausgeber und Fotograf Liam Campbell nach Utah, um die queere Realität in einer Stadt zu dokumentieren, die stark von der Mormonen-Kultur geprägt ist.
Porträts und persönliche Geschichten aus Salt Lake City
„Ich habe viele Jahre mit der Idee gespielt, eine Ausgabe in Salt Lake City zu machen, aber es fiel mir schwer, die möglichen Vor- und Nachteile abzuwägen“, sagt Campbell. „Einerseits bietet es die Möglichkeit, das Leben queerer Menschen in Utah sichtbar zu machen. Andererseits hatte ich Sorge, dass Leser von uns erwarten, junge Mormonen zu fetischisieren.“
In der neuen Ausgabe stellen sich elf queere Männer aus Salt Lake City vor. Neben intimen Porträts in ihren Wohnungen und an markanten Orten der Stadt erzählen sie in persönlichen Texten von ihrem Leben. Dabei spielt die Auseinandersetzung mit ihrer religiösen Herkunft oft eine große Rolle.
Zwischen konservativer Erziehung und Selbstbestimmung
Zu den Geschichten gehören unter anderem die von Scott, der dem Rat seines Therapeuten folgte, seine Sexualität anzunehmen, indem er sich bewusst auf mehr intime Begegnungen einließ. Daniel erzählt von einer unerwarteten Begegnung mit einem Bären in der Wildnis, während Tyson schildert, wie eine spontane Party-Bekanntschaft zu einer tiefen romantischen Beziehung führte.
Religion bleibt in den Erzählungen der Männer allgegenwärtig, doch Elska zeigt, dass queere Menschen in Salt Lake City ihren eigenen Weg finden. Campbell war überrascht, wie viele Teilnehmer ihre Vergangenheit offen ansprachen – und noch mehr davon, dass sie sich alle entschieden, sich in ihren Shootings vollständig zu entblößen.
„Ich stellte fest, dass der Mormonismus in dieser Ausgabe eine große Rolle spielte – nicht nur in den Geschichten, sondern auch in den Fotos“, so Campbell. Einige der Männer entschieden sich sogar dafür, in ihrer traditionellen Missionskleidung, jedoch ohne Hosen, oder lediglich mit ihrem Ältestenabzeichen abgelichtet zu werden.
Eine Hommage an die Vielfalt in einer konservativen Stadt
Mit Elska Salt Lake City liefert das Magazin eine facettenreiche Darstellung queeren Lebens in einem Umfeld, das oft als unvereinbar mit LGBTQ+-Identitäten betrachtet wird. Die Ausgabe ist als Print- und Digitalversion erhältlich, zusätzlich gibt es das Begleitmagazin Elska Ekstra Salt Lake City mit weiteren Bildern und Geschichten.
Durch diese intimen Porträts und persönliche Erzählungen gibt Elska den queeren Stimmen von Salt Lake City eine Plattform – und zeigt, dass sich queeres Leben selbst in den konservativsten Ecken der westlichen Welt seinen Platz erkämpft.
















