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Queere Linzer erleben Diskriminierung – Studie zeigt Handlungsbedarf

Eine aktuelle Befragung unter der Linzer LGBTI-Community zeigt: Diskriminierungserfahrungen gehören für viele weiterhin zum Alltag. Trotzdem bewerten die meisten Befragten die Stadt insgesamt als lebenswert.

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Um die Situation der queeren Community in Linz besser zu verstehen, ließ Vizebürgermeisterin Tina Blöchl von der SPÖ in Zusammenarbeit mit zehn lokalen Interessengruppen und Vereinen eine anonyme Umfrage durchführen. Insgesamt wurden 327 Fragebögen ausgewertet. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Trotz Diskriminierungserfahrungen fühlen sich queere Menschen in Linz wohl

Und diese sind ambivalent: Zwar geben 88 Prozent der Befragten an, sich in Linz wohlzufühlen, doch 78 Prozent berichten ebenfalls von Diskriminierungserfahrungen. Fast zwei Drittel der Befragten schätzen die Stadt als eher oder sehr LGBTIQ*-freundlich ein. 

Zu den häufigsten Erlebnissen zählen Lächerlichmachen (54,7 Prozent), psychischer Druck (33,6 Prozent), sexualisierte Übergriffe (25,1 Prozent) und körperliche Attacken (15,9 Prozent). Besonders häufig treten diese Vorfälle auf offener Straße (38,2 Prozent), in öffentlichen Verkehrsmitteln (26 Prozent) oder im Internet (22,9 Prozent) auf. 

Auch der Arbeitsplatz und die Linzer Nachtgastronomie wurden als problematische Orte benannt. “Für viele queere Menschen sind soziale Ausgrenzung, Vorurteile und Diskriminierung Realität”, sagt Patricia Kurz-Khattab, LGBTIQ*-Koordinatorin der Stadt Linz, den Oberösterreichischen Nachrichten .

Kritik und Lob der HOSI Linz

Die Homosexuellen Initiative (HOSI) Linz, die größte LGBTI-Interessenvertretung in der Stadt, sieht Handlungsbedarf. “Es ist erfreulich, dass drei Viertel der Befragten mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind. Gleichzeitig ist es alarmierend, dass ein ebenso hoher Anteil Diskriminierung erlebt hat”, erklärt Michael Müller, Sprecher der HOSI Linz.

Besonders problematisch sei die Situation für trans Personen, die überproportional häufig von Diskriminierung betroffen sind. Müller weist zudem darauf hin, dass mehr als ein Drittel der Befragten der Meinung ist, Übergriffe hätten in den letzten fünf Jahren zugenommen.

Über die HOSI Linz gibt es positives Feedback. Sie wird als bekannteste Einrichtung der Community wahrgenommen. Der linzpride, jährlich von der HOSI Linz organisiert, wird von 81,5 Prozent der Befragten als positiv und von weiteren 11,3 Prozent als eher positiv bewertet. “Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit unseren Forderungen an die Politik sehr nahe an den Bedürfnissen der Community sind”, betont Müller.

Die Stadt will reagieren

Die Umfrage zeigt auch, dass es neben politischer Unterstützung vor allem mehr finanzielle Mittel für bestehende Vereine braucht. Darüber hinaus fordern viele Befragte verstärkte Bildungs- und Aufklärungsarbeit.

Vizebürgermeisterin Blöchl verweist auf Maßnahmen wie die Beflaggung der Rathäuser und die weitere Sichtbarmachung im öffentlichen Raum – etwa durch Regenbogenbänke, Zebrastreifen oder Ampelpärchen. Die Community sieht das zu 90 Prozent positiv.

Sie sieht die Umfrage als wichtigen Meilenstein: “Diese Ergebnisse geben uns eine valide Grundlage, um die Lebensqualität der queeren Community weiter zu verbessern.”

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