Layla, gespielt von Bilal Hasna, ist eine nicht-binäre britisch-palästinensische Drag-Künstlerin, die sich in der queeren Clubszene Londons einen Namen macht. Doch Layla kämpft nicht nur mit ihrer Kunst um Anerkennung, sondern auch mit den konservativen Vorstellungen ihrer muslimischen Familie.
Die Begegnung mit Max ändert beider Leben
Während des Pride-Monats tritt sie bei einem tristen Unternehmensevent auf, das sich Queerfreundlichkeit nur aus Werbezwecken auf die Fahne geschrieben hat.Ausgerechnet hier wird Layla von dem jungen Marketing-Experten Max (Louis Greatorex) angeflirtet. Max, der aus konservativem britischen Elternhaus kommt und Yuppie-Freunde hat, setzt sich erstmals mit seinen Privilegien auseinander, während Layla herausfinden muss, ob sie ihre Identität und Liebe miteinander vereinen kann.
Al-Kadhi – selbst non-binär und Dragperformer:in in London mit irakischen Wurzeln – setzt in „Layla“ auf eine visuell kraftvolle Ästhetik. Die queere Clubszene Londons leuchtet in intensiven Farben, funkelnden Kostümen und ausdrucksstarken Performances.Die Kameraarbeit von Craig Dean Devine fängt das pulsierende Nachtleben ebenso ein wie die bedrückenden Momente familiärer Spannungen. Die Kostüme von Cobbie Yates spiegeln Laylas Persönlichkeit eindrucksvoll wider.
Eine frische Perspektive auf queere Geschichten
Die Chemie zwischen Hasna und Greatorex stimmt, aber die Motivation hinter ihrer Beziehung bleibt vage. Laylas innerer Konflikt zwischen persönlicher Freiheit und familiären Erwartungen hätte tiefgehender beleuchtet werden müssen. Auch die Beziehung zu ihrer Schwester Fatima, die potenziell emotional aufgeladen ist, bleibt im Film oberflächlich.
Trotz dieser Schwächen bietet „Layla“ eine frische Perspektive auf interkulturelle Beziehungen und die queere Erfahrung. Die Darstellung von Laylas gewählter Familie und die subversiven Momente – etwa ihr Aufstand gegen respektlose Zuschauer – unterstreichen die Befreiung durch Selbstinszenierung.Der Humor und die leichte Handlung tragen dazu bei, komplexe Themen zugänglich zu machen, ohne sie zu vereinfachen.
„Layla“ ist ein mutiger Film, der mit starken Bildern und einer fesselnden Hauptdarsteller-Leistung überzeugt. Trotz einiger erzählerischer Schwächen regt er definitiv zum Nachdenken über Identität, Selbstakzeptanz und interkulturelle Beziehungen an. Amrou Al-Kadhi liefert mit seinem Debüt eine eindrucksvolle Stimme für queere Geschichten im Kino.


