HomeSzeneWienWien: 30-Jähriger hielt trans Frau nach Sex-Date drei Tage gefangen

Wien: 30-Jähriger hielt trans Frau nach Sex-Date drei Tage gefangen

Ein Date in Wien-Favoriten wurde für eine 42-jährige Transfrau zum Albtraum. Ein 30-jähriger Wiener sperrte sie in seiner Wohnung ein, schlug sie brutal und ließ sie nicht gehen. Jetzt wurde er zu 22 Monaten Haft verurteilt.

Hinweis
Dieser Beitrag ist älter als 1 Jahr.

Am 5. Juni 2024 traf sich eine 42-jährige trans Frau mit dem 30-jährigen Angeklagten in dessen Wohnung in Wien-Favoriten. Die beiden hatten sich über eine Dating-Plattform kennengelernt. Das Treffen begann harmonisch, es kam einvernehmlich zum Sex. Danach holte der Mann Pizza und überschüttete die Frau mit Komplimenten. Doch plötzlich kippte die Stimmung.

„Ich hab’ so eine Gewalt nur in Filmen gesehen“

„Er wurde immer aggressiver“, schilderte das aus Serbien stammende Opfer vor Gericht. Schließlich versperrte der Mann die Tür und ließ die 1,80 Meter große Blondine nicht mehr gehen. Trotz eines Handys wagte sie es nicht, jemanden anzurufen. „Ich hatte solche Angst um mein Leben.“

In den folgenden drei Tagen eskalierte die Gewalt. Der Angeklagte prügelte auf die trans Frau ein und brach ihr die Nase. „Er hat mich zweimal bewusstlos geschlagen“, sagte sie vor Gericht. „Ich hab’ so eine Gewalt nur in Filmen gesehen.“ 

Brutale Misshandlung und Hilflosigkeit

Trotz schwerer Verletzungen hinderte er sie daran, die Wohnung zu verlassen. „Ich schrie vom Balkon um Hilfe, aber niemand half.“ „Er hat gemeint, ich darf nicht gehen, bis alle blauen Flecken weg sind“, erinnerte sie sich.

Die Verteidigung hielt dagegen: Die Tür sei von innen zu öffnen gewesen, auch wenn sie versperrt war. Doch die Frau erklärte, dass sie es versucht habe – ohne Erfolg. Nach drei Tagen gelang ihr schließlich die Flucht. Sie erstattete Anzeige und forderte 2000 Euro Schadensersatz. Der Angeklagte erkannte die Forderung an.

Weitere Straftaten und ein deutliches Urteil

Es war nicht die einzige Tat des 30-Jährigen. Im September 2024 lieferte er sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und rammte absichtlich ein Polizeiauto. Zudem wurden ihm mehrere Urkundendelikte und eine versuchte Körperverletzung vorgeworfen.

Vor Gericht versuchte er, sein Verhalten mit Drogenkonsum zu erklären. „Ich habe Crystal Meth und Kokain konsumiert. Die Drogen waren schuld“, sagte er. Doch die Richterin zeigte wenig Verständnis: „Sie haben schon von anderen Richtern so viele Chancen bekommen.“

Schon im November saß der Wiener wegen dieser Causa auf der Anklagebank, doch der Prozess musste wiederholt werden. „Es gab die Frage, ob eine Vergewaltigung vorliegt“, so die Richterin: „Dem ist aber nicht so.“ Das Urteil am Montag: 22 Monate unbedingte Haft – rechtskräftig. Zudem wurde eine frühere bedingte Strafe von einem Jahr widerrufen – was sich zu 34 Monaten hinter Gitter summiert.

Mehr News