US-Präsident Donald Trump hat sich am Mittwoch erneut über die angebliche Allgegenwärtigkeit von Transgender-Themen beschwert. Auf einer Pressekonferenz mit dem irischen Premierminister Micheál Martin sagte er: „Alles ist transgender. Jeder ist transgender. Das ist alles, was man hört. Und deshalb haben wir die Wahl in Rekordstärke gewonnen“. Er fügte hinzu, dass Transgender-Personen Frauen „sehr schaden“ – ohne genau zu erklären, warum.
Einschränkungen für trans Personen nehmen zu
Trotz seiner Klagen über die ständige Präsenz des Themas hat Trump es selbst zu einem zentralen Punkt seiner politischen Agenda gemacht. Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus setzt seine Regierung gezielt Maßnahmen um, welche die Rechte von trans Personen massiv einschränken.
Zu den ersten Maßnahmen seiner neuen Amtszeit gehörte die Abschaffung der offiziellen Anerkennung von trans Identitäten auf Bundesebene. Seine Regierung will zudem trans Personen vom Militärdienst ausschließen und geschlechtsangleichende Behandlungen für Minderjährige verbieten. Auch Diversitäts- und Gleichstellungsprogramme wurden aus Regierungsbehörden entfernt. Besonders für trans Jugendliche bedeuten diese Änderungen weniger Zugang zu medizinischer Versorgung und rechtlicher Anerkennung.
Trump und Musk verbreiten fragwürdige Behauptungen
In den letzten Wochen haben Trump und Elon Musk immer wieder die unbelegte Behauptung verbreitet, dass die US-Regierung Millionen von Dollar für „Transgender-Operationen an Mäusen“ ausgebe. Trump nutzt dieses Narrativ, um Kürzungen von Fördergeldern zu rechtfertigen.
Faktenchecks, unter anderem von CNN, zeigen jedoch, dass es sich bei den betreffenden Studien um medizinische Forschungen zu Hormontherapien handelt, die nichts mit „Transgender-Mäusen“ zu tun haben. Trump bezeichnete die Faktenchecker daraufhin als „Fake-News-Verlierer“.
Unterdessen gibt es in Washington eine Anti-Trans-Veranstaltung
Am selben Tag, an dem Trump sich über die mediale Präsenz von Trans-Themen beschwerte, fand in der Hauptstadt Washington ein „DeTrans Awareness Day“ statt. Konservative Gruppen und Politiker nutzten die Veranstaltung, um Geschichten von Menschen zu präsentieren, die ihre geschlechtsangleichende medizinische Versorgung abgebrochen haben.
Diese „Detransition“ stellt nur einen winzigen Bruchteil der Trans-Community dar. Dennoch ist sie zu einem zentralen Argument konservativer Politiker geworden, die gegen die Rechte von trans Personen kämpfen.
Republikaner forcieren eine brutale Anti-Trans-Politik
Auch die Republikaner treiben Maßnahmen gegen trans Menschen voran. Dan Crenshaw, Abgeordneter aus Texas, forderte auf einer Pressekonferenz mit Anti-Trans-Aktivisten die Streichung von Bundesmitteln für medizinische Einrichtungen, die Geschlechtsanpassungen bei Minderjährigen vornehmen. „Steuergelder sollten nicht an Einrichtungen gehen, die Kindern im Namen einer Ideologie lebensverändernde Schäden zufügen“, sagte er.
Tatsächlich beginnen die meisten trans Menschen, die sich einer geschlechtsangleichenden Behandlung unterziehen, erst im Erwachsenenalter mit chirurgischen Eingriffen. Dennoch argumentieren Republikaner, dass solche Maßnahmen bereits für Minderjährige unterbunden werden müssen.
Juristische Gegenwehr gegen Trumps Politik
Während Trump seine Angriffe auf die Trans-Community fortsetzt, stößt seine Politik auf juristische Hindernisse. In Washington kritisierte Bundesrichterin Ana C. Reyes, selbst lesbisch, die Argumentation der Regierung zum Rausschmiss von trans Soldaten scharf.
In einer Anhörung zum erneuten Militärverbot für trans Personen wies Reyes darauf hin, dass trans Soldaten sogar niedrigere Ausfallraten als ihre cisgeschlechtlichen Kameraden hätten. Sie bezeichnete die Verteidigung von Trumps Politik als „faktenfrei“ und forderte die Regierungsanwälte auf, ihre Studien zur Untermauerung der Maßnahmen vorzulegen.
Die Debatte um die Rechte von trans Menschen bleibt ein zentrales und kontroverses Thema in der US-Politik. Während die Trump-Regierung weiter Einschränkungen durchsetzt, wächst der juristische und gesellschaftliche Widerstand gegen ihre Maßnahmen.

