Rosenstolz-Sängerin AnNa R. ist tot. Sie ist mit 55 Jahren überraschend in Berlin verstorben. Die Nachricht über ihren Tod wurde von ihren derzeitigen Musiker-Kollegen gegen 13.15 Uhr auf ihrem Instagram-Account veröffentlicht.
„Das plötzliche, unerwartete Lebensende unserer Freundin und ‚König:in‘ schockiert und verwirrt uns zutiefst“, heißt es dort. Über die Umstände ihres Todes gibt es keine gesicherten Informationen. Wie die Boulevardzeitung Bild berichtet, starb AnNa R. in ihrer Berliner Wohnung, die daraufhin versiegelt wurde.
Mit Peter Plate gründete AnNa R. die Kultband Rosenstolz
AnNa R. (bürgerlich Andrea Neuenhofen geb. Rosenbaum) wurde 1969) in Ost-Berlin geboren. Schon früh entdeckte die gelernte Chemielaborantin und Musikalienhändlerin ihre Leidenschaft für die Musik, scheiterte in der DDR aber aufgrund ihrer kritischen Texte.
Kurz nach der Wende fand sie in Peter Plate einen kreativen Partner. Gemeinsam gründeten sie 1991 das Pop-Duo Rosenstolz. Peter Plate spielte Keyboard und komponierte, Anna R. stand als Sängerin im Mittelpunkt.
Die Schreibweise „AnNa R.“ für ihren Künstlerinnen-Namen war eine Entscheidung aus ästhetischen Gründen: Die Sängerin entschied sich 1992 dafür, weil sie diese Schreibweise hübsch fand. Eine tiefere Bedeutung gab es nicht.
Von der queeren Subkultur zum Durchbruch im Mainstream
Anfangs bewegten sie sich in der Berliner Subkultur – vor allem in der queeren Community. Doch schnell gewannen sue mit ihrem Mix aus Chanson, Pop und eingängigen Melodien ein größeres Publikum.
In den 2000er-Jahren erreichte Rosenstolz den kommerziellen Durchbruch. Alben wie „Herz“ (2004) oder „Das große Leben“ (2006) stiegen auf Platz eins der deutschen Charts. Mit Songs wie „Liebe ist alles“ und „Ich bin ich (Wir sind wir)“ trafen sie den Nerv einer ganzen Generation. Die ausdrucksstarke Stimme von AnNa R. wurde zum Markenzeichen der Band. Im Dezember 2012 gab Rosenstolz bekannt, dass sie getrennte Wege gehen würden.
AnNa R. war viel mehr als nur die Stimme von Rosenstolz
Parallel arbeitete AnNa R. an Soloprojekten und gründete etwa 2013 die Band Gleis 8. Von 2019 bis 2022 war sie außerdem Sängerin bei der Band Silly. Anfang 2023 kündigte sie die Veröffentlichung eines eigenen Albums mit dem Titel „König:in“ an. Als erste Single wurde das Lied „Die Astronautin“ veröffentlicht. Ab Oktober wollte sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf große Tour gehen.
Im Jahr 2002 heiratete sie ihren langjährigen Partner, den MTV-Senior Producer und Regisseur Nilo Neuenhofen, der auch in vielen Videos der Gruppe Rosenstolz die Regie führte, etwa bei „Ich will mich verlieben“.
„Sie hatte noch viele Musikpläne“
„Sie hatte noch viele Musikpläne, als sie im Alter von 55 Jahren in Berlin verstarb. Möge ihre Botschaft der Empathie und klassenlosen Menschenliebe weite Kreise ziehen. Es wäre AnNas Wunsch gewesen“, heißt es in der Botschaft auf Instagram zum Schluss.
Mit ihrer kraftvollen Stimme und charismatischen Bühnenpräsenz hat AnNa R. die deutsche Musikszene geprägt. Ihr Einfluss reicht über Rosenstolz hinaus – als eine der markantesten Stimmen des deutschen Pop bleibt sie unvergessen.

