Heute, Montag, kommt es in Belfast zu einem historischen Moment im internationalen Fußball. Sapir Berman wird als erste trans Schiedsrichterin ein offizielles Spiel leiten. Die 30-jährige Israelin wird das UEFA-Qualifikationsspiel der U17-Frauen zwischen Nordirland und Montenegro pfeifen. Wenige Tage später, am 22. März, folgt ein weiteres Spiel zwischen Kasachstan und Montenegro.
Berman, die 2021 ihre Transition bekannt gab, ist bereits eine erfahrene Schiedsrichterin. Seit über einem Jahrzehnt pfeift sie auf höchstem Niveau in der israelischen Premier League. Mit ihrem Debüt auf internationaler Bühne betritt sie nun Neuland – sowohl für sich selbst als auch für den Fußball insgesamt.
Berman: „Es ist eine Ehre“
„Internationale Schiedsrichterin zu werden, ist für mich eine enorme Ehre und ein Grund voller Stolz. Aber es ist auch eine Gelegenheit, weiter das zu tun, was ich liebe, in der Welt, die mich geprägt hat und in der ich aufgewachsen bin“, sagte Berman in einem Interview.
Sie betonte zudem die Bedeutung von Sichtbarkeit im Profisport. Für junge Athletinnen, die ihre Spiele verfolgen, sei es wichtig zu sehen, dass Vielfalt auf dem Spielfeld vertreten ist. „Es sendet eine starke Botschaft: Talent und Engagement sind entscheidend – nicht das Geschlecht oder die Identität“, erklärte sie.
Wegbereiterin für Inklusion im Fußball
Mit ihrem historischen Einsatz folgt Berman den Spuren von Lucy Clark. Die englische Schiedsrichterin war 2018 die erste trans Frau, die auf semi-professioneller Ebene ein Spiel leitete. Doch Berman ist nun die erste, die auf internationaler Bühne aktiv wird.
Bermans Ernennung fällt in eine Zeit, in der die Rechte der LGBTI-Community im Sport und darüber hinaus iin Gefahr sind. Während einige Sportverbände sich für mehr Inklusion einsetzen, gibt es auch Gegenbewegungen. So haben etliche Sportbewerbe trans Frauen von Wettkämpfen den Frauenbewerben ausgeschlossen, während andere Organisationen, wie die Internationale Schießsportföderation, keinen Vorteil durch männliche Hormone feststellen konnten. Das entspricht auch dem aktuellen Stand der – noch spärlich vorhandenen – Wissenschaft.
Unterstützung in Israel und von der UEFA
In ihrer Heimat Israel hat Berman breite Unterstützung erhalten. Der israelische Fußballverband und die nationale Schiedsrichtervereinigung stehen hinter ihr. Auch die UEFA und die FIFA wurden in den Entscheidungsprozess einbezogen, um ihre internationalen Einsätze zu ermöglichen.
Mit ihrem historischen Debüt setzt Berman ein Zeichen für Vielfalt und Gleichberechtigung im Fußball – und zeigt, dass der Sport für alle offen sein kann.

