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Steirer soll jahrelang Buben missbraucht haben

Ein 55-jähriger Mann aus der Steiermark steht im Verdacht, über zwei Jahrzehnte hinweg Buben sexuell missbraucht und die Taten dokumentiert zu haben. Der Fall kam durch einen Hinweis aus den USA ans Licht. Am 26. März beginnt der Prozess in Graz.

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Ein 55-jähriger Steirer muss sich kommende Woche in Graz vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll er mindestens 22 Jahre lang Buben missbraucht haben – darunter auch die Söhne seiner Lebensgefährtinnen. Der jüngste von ihnen war offenbar erst sechs Jahre alt. Der Mann soll die Übergriffe gefilmt und fotografiert haben.

Auf die Spur kamen die Behörden dem Verdächtigen durch einen Hinweis aus den USA. Amerikanische Ermittler entdeckten von ihm hochgeladenes Missbrauchsmaterial und alarmierten die österreichischen Behörden.

Hausdurchsuchung bringt belastendes Material zutage

Ende Jänner 2024 durchsuchte die Polizei das Wohnhaus des Steirers in einer Landgemeinde. Dabei stießen die Beamten auf mehr als 10.000 Bilder und etwa 1.700 Videos mit Missbrauchsdarstellungen. Die Ermittler stellten rasch fest, dass der Mann die Aufnahmen selbst angefertigt hatte.

Bei der Hausdurchsuchung kam es zu einem Zwischenfall: Der Verdächtige versuchte, sich in seinem Zimmer einzuschließen, und klemmte dabei die Hand eines Polizisten ein. Laut Anklage wollte er den Beamten sogar über eine Stiege hinunterstoßen. Nach seiner Festnahme saß der Mann mehrere Wochen in Untersuchungshaft, wurde jedoch kurzzeitig entlassen. Erst als weitere belastende Bilder entdeckt wurden, kam er in die Justizanstalt Graz-Jakomini.

Opfer aus dem engsten Umfeld

Laut den Ermittlungen begann der Mann bereits 2001 mit den Übergriffen. Sein erstes Opfer war der damals achtjährige Sohn seiner Lebensgefährtin. Im Laufe der Jahre missbrauchte er mindestens drei weitere Buben aus seinem Umfeld. Zwei von ihnen waren erst sechs Jahre alt, als der Missbrauch begann.

Die Mütter der betroffenen Kinder bemerkten laut den Ermittlern nichts von den Taten. Der Verdächtige soll seine Opfer mit Geschenken manipuliert und möglicherweise auch bedroht haben, um ihr Schweigen zu sichern. Körperliche Gewalt setzte er offenbar nicht ein. Die Aufnahmen, die er anfertigte, dienten ihm laut Staatsanwaltschaft nur zur eigenen Befriedigung. Hinweise auf eine Weitergabe des Materials gibt es nicht.

Zwölf Katzen und mehrere Fischreiher erschossen

Am 26. März steht der 55-Jährige vor einem Grazer Schöffensenat. Die Staatsanwaltschaft beantragt seine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum. Aufgrund einer schweren psychischen Störung bestehe die Gefahr weiterer Taten.

Neben den Missbrauchsvorwürfen muss sich der Mann auch wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung verantworten. Zudem wird ihm Tierquälerei vorgeworfen: Er soll mit einem Flobertgewehr zwölf Katzen und mehrere Fischreiher erschossen haben.

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