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Russischer trans Aktivist zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Mark Kislitsyn protestierte gegen den Krieg in der Ukraine und wurde wegen Hochverrats verurteilt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert die Haftbedingungen als unmenschlich.

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Das oberste Gericht Russlands hat die Verurteilung des trans Aktivisten und Kriegsgegners Mark Kislitsyn zu zwölf Jahren Haft bestätigt. Der 27-Jährige wird in einer Frauen-Strafkolonie in Westsibirien festgehalten, obwohl er ein trans Mann ist.

Anklage wegen Hochverrats

Kislitsyn hatte im Februar 2022 öffentlich gegen den russischen Angriff auf die Ukraine protestiert und seine Kritik online verbreitet. Zudem soll er umgerechnet etwa zehn Euro an ein ukrainisches Bankkonto überwiesen haben. Die russischen Behörden werfen ihm deshalb vor, damit die ukrainischen Streitkräfte unterstützt zu haben.

Zunächst wurde Kislitsyn für seinen Protest nur zu einer Geldstrafe verurteilt. Doch im Juli 2023 erfolgte seine erneute Festnahme. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Hochverrats. Im Dezember verurteilte ihn ein Gericht in Moskau zu zwölf Jahren Lagerhaft in Nowosibirsk.

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Seitdem berichten Menschenrechtsorganisationen von gravierenden Misshandlungen. Kislitsyn wird gezwungen, Frauenkleidung zu tragen, und erhält keine geschlechtsangleichende medizinische Versorgung. Zudem wurde er seit November 2024 mehrfach in eine Strafzelle verlegt, oft unter Bedingungen extremer Kälte und Isolation.

Amnesty fordert Freilassung

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisiert die Verurteilung scharf. „Jemanden wegen einer Spende von zehn Dollar des Hochverrats zu beschuldigen, entbehrt jeder Logik“, sagte Natalia Prilutskaya, Russland-Expertin von Amnesty. „Das Ziel dieser Verfolgung ist nicht der Schutz des Staates, sondern die Bestrafung eines engagierten Aktivisten für seinen Widerstand gegen den Krieg.“

Auch die Haftbedingungen seien unmenschlich. „Die Misshandlungen, die er erleidet – darunter die Verweigerung medizinischer Versorgung und willkürliche Einzelhaft – zeigen die politische Motivation hinter diesem Verfahren“, so Prilutskaya weiter.

In einem Brief aus der Strafkolonie schrieb Kislitsyn: „Wer versucht, mich einzuschüchtern, kann mir vielleicht schaden, aber ich werde meine Überzeugungen nicht aufgeben. Ich will, dass Russland eine Heimat ist, kein Gefängnis.“

Amnesty fordert seine sofortige Freilassung und ein Ende der Repression gegen Kriegsgegner in Russland.

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