Nach dem Tod von Rosenstolz-Sängerin AnNa R. werden keine weiteren Untersuchungen eingeleitet. Polizei und Staatsanwaltschaft sehen keinen Hinweis auf Fremdverschulden, wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Sebastian Büchner, bestätigte. “Die Auffindesituation und weitere Umstände, die unter anderem durch die Befragung des Umfelds ermittelt wurden, sprachen so deutlich gegen ein Fremdverschulden, dass auch von einer Obduktion abgesehen wird”, erklärte Büchner gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Der Leichnam der Musikerin wurde inzwischen zur Bestattung freigegeben. Zu den genauen Todesumständen machte die Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben. “Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes können wir dazu nichts sagen”, so Büchner weiter.
AnNa R. im Alter von 55 Jahren gestorben
Die 55-jährige Sängerin wurde am Sonntagabend tot in ihrer Wohnung in Berlin-Friedrichshain gefunden. Zuvor hatte ein Bekannter versucht, sie telefonisch zu erreichen. Nachdem sie nicht reagierte, wurde sie schließlich entdeckt. Die Polizei hatte zunächst ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, das nun abgeschlossen ist.
AnNa R., mit bürgerlichem Namen Andrea Rosenbaum, wurde 1969 in Ost-Berlin geboren. Gemeinsam mit Peter Plate bildete sie das Duo Rosenstolz, das in den 1990er- und 2000er-Jahren große Erfolge feierte. Zu den bekanntesten Songs zählen “Liebe ist alles”, “Gib mir Sonne” und “Ich geh auf Glas”.
Freunde und Fans trauern um die Sängerin
In den sozialen Medien brachten enge Vertraute ihre Trauer zum Ausdruck. Auf dem Instagram-Profil der Künstlerin hieß es: “Es tut gut, die schwere Last der Trauer nicht alleine aushalten zu müssen.” Die Verfasser des Posts, enge Freunde der Sängerin, beschrieben, dass sie über Jahre eine enge Verbindung aufgebaut hätten – sowohl musikalisch als auch persönlich.
Die Nachricht von ihrem plötzlichen Tod sorgte auch bei Fans für Bestürzung. In den Kommentarspalten ihrer Social-Media-Profile hinterließen zahlreiche Menschen Beileidsbekundungen. “Deine Musik hat mich immer begleitet. Ruhe in Frieden, AnNa”, schrieb eine Userin. Ein anderer Fan kommentierte: “Ich wollte noch so viele Konzerte von dir sehen. Mach es gut, wo immer du jetzt bist.”
Peter Plate: “Ich werde sie jede Sekunde vermissen”
Auch ihr langjähriger musikalischer Partner Peter Plate meldete sich zu Wort. In einem Instagram-Post schrieb er: “Mein ganzes Leben, meine Jahre in Berlin – all das war mit dir verbunden. (…) Rosenstolz, das waren du und ich. Und jetzt bist du nicht mehr da.”
Sänger Roland Kaiser würdigte AnNa R. ebenfalls. In einem Facebook-Post erinnerte er an ihre Leidenschaft für die Musik. Er hatte erst kürzlich den Rosenstolz-Hit “Liebe ist alles” neu aufgenommen. “Niemand konnte ahnen, dass dieses Lied nun eine ganz neue Bedeutung bekommt”, schrieb Kaiser.
Gedenkort am Theater des Westens
In Berlin haben Fans und Wegbegleiter der Sängerin einen Gedenkort eingerichtet. Am Theater des Westens in Charlottenburg, einem bedeutenden Ort in der Karriere von Rosenstolz, wurde ein Foto von AnNa R. angebracht. Menschen legten Blumen, Briefe und Kerzen nieder.
Roberto Monden, Manager der Band, erklärte: “Wir hatten das Gefühl, dass man vielleicht ein Zeichen setzen kann.” Die Verbindung von Rosenstolz mit dem Theater geht auf ein Konzert im Jahr 1997 zurück, das für die Band ein entscheidender Moment in ihrer Karriere war.

