Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat angekündigt, 175 Millionen Dollar an Bundesmitteln für die University of Pennsylvania (UPenn) auszusetzen. Die Entscheidung wurde am Mittwoch über den offiziellen X-Account des Weißen Hauses veröffentlicht. Als Begründung hieß es, die Universität verfolge eine Politik, die „Frauen zwingt, im Sport gegen Männer anzutreten“.
Laut mehreren US-Medien, darunter The New York Times und NBC News, steht die Entscheidung in direktem Zusammenhang mit der früheren Aufnahme der trans Schwimmerin Lia Thomas in das Frauen-Team der Universität. Thomas, die 2022 ihren Abschluss machte, wurde zur ersten trans Frau, die eine NCAA-Schwimmmeisterschaft gewann.
Universität weist Vorwürfe zurück
Ein Sprecher der Universität erklärte, dass UPenn sich stets an die Vorgaben der NCAA und der Ivy League gehalten habe. „Wir waren in der Vergangenheit und sind auch heute in voller Übereinstimmung mit den geltenden Regularien“, hieß es in einer Stellungnahme. Die Universität betonte zudem, bislang keine offizielle Mitteilung über die Einstellung der Mittel erhalten zu haben.
Die eingefrorenen Gelder stammen aus den Etats des Verteidigungsministeriums und des Gesundheitsministeriums. Ein hochrangiger Regierungsbeamter sagte anonym, die Maßnahme sei eine „proaktive Überprüfung“ der Finanzierung der Hochschule.
Politische Hintergründe und neue Richtlinien
Die Trump-Administration hat in den vergangenen Monaten mehrere Maßnahmen gegen die Inklusion von trans Personen im Sport beschlossen. Im Februar unterzeichnete Trump eine Verordnung, die trans Frauen und Mädchen von der Teilnahme an Frauensportarten ausschließt.
„Es ist die Politik der Vereinigten Staaten, alle Mittel von Bildungsprogrammen zu streichen, die Frauen und Mädchen faire sportliche Chancen verwehren“, heißt es in dem Erlass. Kritiker werfen der Regierung vor, gezielt gegen trans Athletinnen vorzugehen und Rechte für trans Personen einzuschränken.
Weitere Ermittlungen gegen Hochschulen
Die Universität von Pennsylvania ist nicht die einzige Einrichtung, die von neuen Untersuchungen betroffen ist. Die Trump-Regierung hat auch Ermittlungen gegen San Jose State University sowie die Bundesstaaten Maine, Massachusetts, Minnesota und Kalifornien eingeleitet. Diese Staaten haben Richtlinien, die trans Athletinnen die Teilnahme an Frauensportarten ermöglichen.
Drei ehemalige Schwimmerinnen von UPenn haben zudem eine Klage gegen die Universität, die Ivy League und die NCAA eingereicht. Sie fordern, dass Lia Thomas’ Rekorde annulliert werden, da ihre Teilnahme einen Verstoß gegen die Gleichstellungsrichtlinie darstelle.
Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung weitere Sanktionen gegen Hochschulen plant, die sich für eine inklusive Politik für Trans-Personen einsetzen.

