HomePolitikEuropaDänemark warnt trans Personen vor Reisen in die USA

Dänemark warnt trans Personen vor Reisen in die USA

Nach einem Hinweis von LGBT+ Danmark hat das dänische Außenministerium seine Reiseempfehlungen für trans Personen überarbeitet. Die USA erkennen derzeit nur zwei Geschlechter an - eine Situation, die zu Problemen bei der Einreise führen kann.

Hinweis
Dieser Beitrag ist älter als 1 Jahr.

Das dänische Außenministerium hat seine Reisehinweise für die USA aktualisiert. Neu ist ein Passus, der trans Personen empfiehlt, vor der Einreise die US-Botschaft zu kontaktieren. Wer in seinem Pass ein “X” als Geschlechtseintrag hat oder sein rechtliches Geschlecht geändert hat, sollte sich laut Ministerium vor der Reise beraten lassen.

Aktualisierte Reisehinweise für trans Personen

„Wenn du ein X als Geschlechtseintrag in deinem Pass hast oder dein Geschlecht geändert hast, wird empfohlen, dich vor deiner Reise mit der US-Botschaft in Verbindung zu setzen“, heißt es auf der Website des Außenministeriums.

Laut einem Bericht von Radio IIII erfolgte die Änderung auf Initiative von LGBT+ Danmark. Die Organisation hatte sich an das Ministerium gewandt und auf mögliche Risiken für trans Menschen bei der Einreise hingewiesen.

Angst vor Zurückweisung an US-Grenzen

Susanne Branner Jespersen, Leiterin des Sekretariats von LGBT+ Danmark, sagte gegenüber Radio IIII: „Wir sind besorgt, dass Menschen an Flughäfen aufgehalten werden und ihnen die Einreise verweigert wird oder dass sie etwas erleben, das für sie grenzüberschreitend und unangenehm ist.“

Jespersen fügte hinzu, dass sie selbst nicht erwartet habe, sich mit einem solchen Anliegen an das Außenministerium wenden zu müssen. „Wir wussten, dass es unter Trump strengere Maßnahmen gegen LGBT+-Personen geben könnte – aber das Ausmaß hat mich überrascht“, so Jespersen.

Derzeit leben in Dänemark rund 3.000 Menschen, die ihr Geschlecht angepasst haben. Diese könnten nun bei der Einreise in die USA Schwierigkeiten bekommen, so LGBT+ Danmark, wenn zum Beispiel die Papiere nicht den US-Anforderungen entsprechen.

USA kennen nur noch zwei Geschlechter

Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Präsident Donald Trump mehrere Dekrete unterzeichnet, die gezielt die Rechte von trans Menschen einschränken. Gleich am ersten Tag im Amt verfügte Trump, dass die US-Regierung nur noch zwei Geschlechter anerkennt: männlich und weiblich.

Ein weiteres Dekret verbietet trans Frauen und Mädchen die Teilnahme am Frauensport. Die US-Heimatschutzbehörde wurde angewiesen, Visumanträge von trans Personen besonders sorgfältig zu prüfen, insbesondere wenn es um Sportwettkämpfe geht.

Darüber hinaus hat Trump den Ausschluss von trans Personen vom Militärdienst wieder eingeführt. Der Verteidigungsminister ordnete an, dass bestehende trans Mitglieder identifiziert und innerhalb von 30 Tagen entlassen werden. Ein Gericht in Washington D.C. hat dieses Dekret jedoch vorerst gestoppt.

Auch andere Länder reagieren

Dänemark ist nicht das einzige Land, das reagiert hat. Auch Finnland hat seine Reisehinweise geändert. Dort wird darauf hingewiesen, dass bei Diskrepanzen zwischen den Angaben im Pass und dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht die Einreise verweigert werden kann. Besonders problematisch sei dies für Doppelstaatler, deren ausländischer Pass ein “X” enthält.

Auch Großbritannien und Deutschland haben ihre Hinweise verschärft. Die deutsche Regierung betont, dass es selbst bei einem gültigen Visum keine Garantie für eine Einreise gebe.

In den USA wurde laut The Independent ein internes Memo des Außenministeriums veröffentlicht, in dem klargestellt wird: Wenn Dokumente oder andere Beweise Zweifel an der Geschlechtsidentität eines Antragstellers aufkommen lassen, kann dies ein Grund für eine Ablehnung sein.

Forderung nach klarer Kommunikation

LGBT+ Danmark fordert nun eine offizielle Auskunft der US-Botschaft, wie sich trans Personen konkret auf die Einreise vorbereiten sollen. „Wenn jemand trans ist oder ein ‚X‘ im Pass hat – wird ihm dann die Einreise verweigert? Das wollen wir genau wissen“, sagt Susanne Branner Jespersen.

Das dänische Außenministerium betont, dass es bislang keine Berichte von dänischen Staatsbürger:innen gibt, die seit Trumps Amtsantritt an der Grenze abgewiesen oder festgehalten wurden. Eine Anfrage von Radio IIII, ob es konkrete Hinweise der US-Behörden zum Umgang mit Transitreisenden gebe, wurde bis zuletzt nicht beantwortet.

Mehr News