HomePolitikInlandNach Razzia gegen Hasskriminalität: Das ist jetzt zu tun

Nach Razzia gegen Hasskriminalität: Das ist jetzt zu tun

Heute, Freitag, hat die Polizei ein österreichweit agierendes Hate-Crime-Netzwerk zerschlagen. In der Community sorgt die Existenz eines solchen Netzwerks für Unbehagen. Nun geht es um die Verantwortung von Politik, Gesellschaft und Tech-Konzernen.

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Rund 400 Beamt:innen waren heute, Freitag, österreichweit im Einsatz gegen die „Pädo-Hunter-Szene“: Menschen, die ihren Hass auf sexuelle Minderheiten mit Kinderschutz tarnen, und vor allem schwule und bisexuelle Männer ahnungslos in Fallen tappen lassen, um sie zu demütigen und zu verprügeln.

23 Hausdurchsuchungen, 15 Festnahmen

Bei der heutigen Aktion gab es 23 Hausdurchsuchungen und 15 Festnahmen – eine davon in der Slowakei. Die zwölf Männer und drei Frauen im Alter von 14 bis 26 Jahren sollen mindestens 17 Männer gequält und misshandelt haben. Dass es ein solches Netzwerk gibt, sorgt österreichweit in der Community für Unruhe.

„Seit geraumer Zeit warnen wir vor einer Zunahme hassmotivierter Übergriffe aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität“, sagt Joe Niedermayer, Obmann der RosaLila PantherInnen (RLP). In der Steiermark, wo die RLP aktiv sind, wurden die ersten Übergriffe gemeldet. Er ruft Betroffene und Zeug:innen auf, sich bei der Polizei oder den RLP zu melden.

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Betroffene können sich bei jeder Polizeidienststelle oder unter 059133/60-3333 beim LKA Steiermark melden.

„Eine neue Stufe des Hasses“

Für Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien, ist es „eine neue Stufe des Hasses“, dass es „ein österreichweites Netzwerk mit Verbindungen bis in die Slowakei gibt, nur mit dem Zweck, unschuldigen Menschen Gewalt anzutun“. 

Mario Lindner, Gleichbehandlungssprecher der SPÖ, zeigt sich „fassungslos, dass so etwas in Österreich im Jahr 2025 passiert“: „Dass diese feigen Täter laut Polizeiberichten ihre Verbrechen als Selbstjustiz sahen und ihren Opfern Pädophilie unterstellten, kommt nicht von irgendwoher – das ist die direkte Konsequenz jener Lügen und Fake-News, die aus rechtsextremen Kreisen bewusst in den sozialen Medien verbreitet werden“, macht er klar.

Es braucht einen nationalen Aktionsplan gegen Hasskriminalität

Auch Otte sieht die Politik gefordert: „Im neuen Regierungsprogramm ist ein nationaler Aktionsplan gegen Hasskriminalität geplant. Der muss jetzt dringend Priorität bekommen: Wir brauchen mehr Daten, gezielte Aufklärungsarbeit und Präventionsmaßnahmen.“ Eine Forderung, die auch Lindner unterstützt.

„Wichtig ist aber nicht nur, dass diese Verbrechen lückenlos aufgeklärt werden, sondern vor allem, dass diesem Hass konsequent der Boden entzogen wird. Hier müssen wir als Gesellschaft gemeinsam stark dagegenhalten“, betont Agnes Prammer, Sprecherin der Grünen für Sicherheit und Menschenrechte in diesem Zusammenhang.

NEOS-Brandstötter nimmt auch Grindr und Co. in die Pflicht

Henrike Brandstötter, LGBTIQ+-Sprecherin der NEOS, nimmt die Betreiber:innen der Plattformen in die Pflicht: „Die Betreiber von Plattformen wie Grindr, Tinder, Instagram oder Telegram dürfen sich hier nicht aus der Verantwortung ziehen. Es braucht endlich klare Meldewege, eine bessere Moderation und Schutzmechanismen, die speziell auch queeren Menschen Sicherheit bieten“, betont sie.

Alle Vertreter:innen der Community danken der Polizei für ihr rasches und entschlossenes Vorgehen. „Ohne die involvierten Einsatzkräfte wären diese scheußlichen Verbrechen weitergegangen“, ist etwa Otte überzeugt.

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