Am Donnerstagabend, 20. März, hat die Polizei in der thailändischen Provinz Phuket 37 Personen festgenommen – die meisten von ihnen trans Frauen. Die Razzia fand auf der belebten Bangla Road im Stadtteil Patong statt, der als Zentrum des Nachtlebens der Insel gilt.
Polizei verhaftet 37 Personen auf der Bangla Road
Laut dem Polizeichef von Phuket, Generalmajor Sinlert Sukhum, richtete sich die Aktion gegen Personen, die durch „störendes Verhalten“ den Tourismus negativ beeinflussen würden. „Die meisten Festgenommenen waren Transsexuelle, deren Verhalten als gesetzeswidrig eingestuft werden kann“, erklärte Sukhum. Die Betroffenen wurden zur Polizeiwache in Patong gebracht, wo sie verhört und strafrechtlich verfolgt wurden.
Die Bangla Road ist international bekannt für ihr pulsierendes Nachtleben – mit Bars, Clubs und Shows, die Einheimische wie Tourist:innen anziehen.
Auslöser war offenbar ein virales Video
Hintergrund der Polizeiaktion ist offenbar ein Vorfall, der kurz zuvor in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt hatte. Ein Video zeigt eine Auseinandersetzung zwischen einer hochgewachsenen trans Frau und einem ausländischen Touristen. Der Tourist habe keine Rosen kaufen wollen, die Frau aber weiter gefilmt. Als er sich entfernen wollte, soll er sie auf den Kopf geschlagen haben. Daraufhin zog sie ihren Schuh aus und verfolgte ihn. Die Situation eskalierte, bis Passanten eingriffen.
In den letzten Wochen haben sich solche nächtlichen Vorfälle auf der Bangla Road gehäuft. Videos davon kursieren regelmäßig im Internet. Die Polizei reagierte mit einem koordinierten Großeinsatz, an dem auch die Touristenpolizei und die lokalen Behörden beteiligt waren. „Solche Vorfälle schaden dem Image des Tourismus“, begründeten die Behörden ihr Vorgehen.
Bangkok Pride kritisiert „diskriminierende Polizeipraktiken“
Noch am selben Tag reagierte Bangkok Pride, ein Zusammenschluss queerer Menschenrechtsorganisationen, mit scharfer Kritik. In einer öffentlichen Erklärung heißt es: „Wir bedauern zutiefst und verurteilen aufs Schärfste die Verhaftung von 37 trans Frauen in der Bangla Road in Phuket am 20. März 2025“.
Bangkok Pride wirft den Behörden vor, mit veralteten Argumenten wie „öffentlicher Unruhe“ und „negativem Einfluss auf das touristische Image“ zu operieren. Solche Begründungen seien Ausdruck sexueller Vorurteile und hätten in einer demokratischen Gesellschaft keinen Platz.
Zweifel an Phuket als Gastgeber für internationale Pride-Treffen
In ihrer Erklärung wies die Gruppe auch darauf hin, dass Phuket ursprünglich als Austragungsort für die internationale InterPride-Konferenz – ein globales Netzwerk von Pride-Organisationen – vorgeschlagen worden war. Dieser Vorschlag stehe nun in Frage, wenn die Provinzverwaltung keine klaren Schritte zur Anerkennung und zum Schutz sexueller Minderheiten unternehme.
„Ihr seid nicht falsch, nur weil ihr ihr selbst seid“, heißt es am Ende der Erklärung, die sich direkt an trans Frauen und queere Menschen in Phuket richtet. „Ihr verdient es, mit Würde und Gleichberechtigung behandelt zu werden. Wir stehen an eurer Seite.

