Ein Bundesgericht in New Jersey hat am Montag eine einstweilige Verfügung erlassen. Damit dürfen zwei trans Mitglieder der US-Luftwaffe vorerst nicht entlassen werden. Master Sergeant Logan Ireland und Staff Sergeant Nicholas Bear Bade wurden zuletzt vom Dienst suspendiert – laut ihren Anwälten wegen ihrer Geschlechtsidentität.
Beide hatten gegen ihre Suspendierung geklagt. Sie sehen darin einen Verstoß gegen ihre Rechte. Das Gericht gab ihnen recht und stoppte die laufenden Entlassungsverfahren vorerst.
Drohender Karrierebruch wegen Politik
Die Richterin sieht in der Zwangsfreistellung eine ernsthafte Gefahr für die berufliche Zukunft der beiden – und für ihre Würde. „Der Verlust des Militärdienstes unter dem Stigma einer Politik, die auf Geschlechtsidentität abzielt, ist nicht nur ein Jobverlust“, schrieb Richterin Christine O’Hearn in ihrer Begründung. „Es ist ein tiefer Einschnitt in persönliche Würde, medizinische Versorgung und öffentlichen Dienst.“
Sie stellte klar: Es bestehe nicht nur die Gefahr beruflicher Nachteile, sondern auch die Verletzung verfassungsmäßiger Rechte. Deshalb dürfe die Armee die beiden nicht weiter vom Dienst ausschließen – zumindest solange der Fall nicht geklärt ist.
Parallelverfahren in Washington
Bereits in der vergangenen hatte ein Gericht in Washington D.C. den Ausschluss von trans Militärangehörigen bereits gestoppt – doch die beiden Soldaten blieben außen vor. Die dortige Richterin Ana Reyes nannte es „diskriminierend“ und „von Feindseligkeit durchdrungen“.
Trotzdem wurden Ireland und Bade weiterhin vom Dienst ausgeschlossen. Laut ihren Anwälten kam es zu spät, sie noch dem Verfahren in D.C. hinzuzufügen – also musste in New Jersey schnell gehandelt werden.
„Diese zwei Männer brauchten sofort Schutz“, sagte Shannon Minter vom National Center for Lesbian Rights. „Wir konnten nicht länger warten.“
„Ich habe mein Leben diesem Dienst gewidmet“
Die beiden Betroffenen zeigen sich enttäuscht, aber entschlossen. Beide sehen sich zu Unrecht ausgegrenzt. Staff Sergeant Nicholas Bear Bade war in Kuwait stationiert, als er abgezogen wurde. „Seit sechs Jahren versuche ich, das zu verkörpern, was man von einem Soldaten erwartet: Können, Charakter und Führung“, sagte er. „Jetzt werde ich daran gehindert, meinem Land zu dienen.“
Auch Master Sergeant Logan Ireland sieht sich ungerecht behandelt. Er wurde während einer Übung in New Jersey abgezogen. „Mein Team im Indo-Pazifik will seinen Anführer zurück – den, der dieselbe Uniform trägt und denselben Eid geleistet hat.“
Einstweilige Verfügung gilt vorerst 14 Tage
Wie es für die beiden Soldaten weitergeht, hängt nun vom Verfahren in Washington ab. Die einstweilige Verfügung gilt zunächst für 14 Tage.
Sollte das Gericht in Washington das Verbot dauerhaft kippen, wären Ireland und Bade automatisch geschützt. Falls nicht, müssten ihre Anwälte erneut einen Antrag stellen. „Wir wollen nur verhindern, dass sie jetzt sofort rausgeworfen werden“, so Minter. „Alles Weitere klärt sich bald vor Gericht.“

