Die Grünen in Oberösterreich haben angesichts der jüngsten Ermittlungen gegen mutmaßliche Täter einer „Hate Crime“-Serie den Landessicherheitsrat einberufen. Das berichtet der ORF Oberösterreich . Hintergrund ist eine Großrazzia, die am vergangenen Freitag zeitgleich in sieben Bundesländern stattgefunden hat – darunter auch in Oberösterreich. Dort durchsuchten Einsatzkräfte sechs Objekte.
Klubobmann Severin Mayr begründete den Vorstoß eindringlich: „Es kann nicht sein, dass in unserem Land Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung um Leib und Leben fürchten müssen. Die Sitzung des Sicherheitsbeirates soll klären, wie groß die Bedrohung in Oberösterreich ist und welche Maßnahmen zum Schutz der queeren Community notwendig sind.
Gewalt gegen Homosexuelle: „Das ist indiskutabel“
Die mutmaßlich organisierten Übergriffe auf zumeist schwule und bisexuelle Männer haben auch in Oberösterreich Besorgnis ausgelöst. „Die Serie von Gewaltverbrechen hat in der freien, liberalen Gesellschaft und bei allen homosexuellen Menschen für Unruhe gesorgt“, so Mayr. „Das ist indiskutabel.“
Nach bisherigen Erkenntnissen sollen bei den Angriffen Männer mit gefälschten Profilen auf Social-Media- und Dating-Plattformen in eine Falle gelockt worden sein. Dort wurden sie brutal angegriffen, ausgeraubt und gedemütigt. Mindestens ein Opfer erlitt schwere Knochenbrüche. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes.
Bei Hausdurchsuchungen wurden Waffen und NS-Devotionalien gefunden.
Die Staatsanwaltschaft Graz koordiniert die Ermittlungen. Insgesamt wurden österreichweit 18 Verdächtige festgenommen, 13 davon befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Tatverdächtigen sind zwischen 14 und 26 Jahre alt. Ihnen wird vorgeworfen, überwiegend schwule und bisexuelle Männer überfallen und ihnen zu Unrecht Pädophilie unterstellt zu haben.
Bei den Razzien in sieben Bundesländern – darunter sechs Hausdurchsuchungen in Oberösterreich – stießen die Ermittler nach Behördenangaben auch auf Waffen und nationalsozialistische Devotionalien. Die Polizei geht von mindestens 17 Opfern aus. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe „Venator“ klärt derzeit das ganze Ausmaß der mutmaßlichen Verbrechen ab.
Sicherheitslage wird Thema auf Landesebene
Die Forderung nach einem Landessicherheitsrat unterstreicht den wachsenden politischen Druck, auf die Vorfälle zu reagieren. Die Grünen drängen auf einen verstärkten Schutz potenziell gefährdeter Gruppen und fordern eine systematische Aufarbeitung der Gefährdungslage in Oberösterreich. Ob weitere politische Maßnahmen folgen, wird die kommende Sitzung zeigen.

