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Schwarz-Weiß und voller Zwischentöne: „Out“ von Dennis Alink

Mit seinem Spielfilmdebüt „Out“ liefert Dennis Alink ein feinfühliges Porträt zweier junger Männer auf der Suche nach Freiheit und Identität – in Schwarz-Weiß und fernab gängiger Klischees.

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Der niederländische Regisseur Dennis Alink, bislang vor allem durch Dokumentarfilme bekannt, wagt mit „Out“ den Schritt ins fiktionale Kino – und das gleich mit einem mutigen ästhetischen Konzept: Der Film kommt komplett in Schwarz-Weiß daher. Diese visuelle Entscheidung ist nicht bloß Zierde, sondern lenkt die Aufmerksamkeit konsequent auf die Figuren und deren Innenleben.

Keine einfachen Antworten

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Tom und Ajani, zwei junge Männer, die ihre Kleinstadt hinter sich lassen, um in Amsterdam ein neues Leben zu beginnen. Es geht ums Studium, um Selbstverwirklichung – und um die erste offene Liebe. Doch anstatt eine einfache Coming-out-Erzählung zu liefern, stellt Out die inneren Spannungen und Widersprüche seiner Protagonisten in den Vordergrund.

Der Film verweigert sich einem romantisierten Bild der Großstadt als queeres Paradies. Stattdessen zeigt er, wie Tom und Ajani sich in einem neuen Umfeld zurechtfinden müssen – zwischen Freiheit und Erwartungsdruck, zwischen Nähe und Abgrenzung. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Bas Keizer als Tom und Jefferson Yaw Frempong-Manson als Ajani trägt entscheidend dazu bei, dass diese Konflikte glaubwürdig bleiben.

Keizer spielt seinen Tom mit viel Feingefühl: ein zurückhaltender junger Mann, innerlich zerrissen zwischen dem Wunsch nach Zugehörigkeit und der Angst, sich selbst zu verlieren. Frempong-Manson bringt mit seiner Darstellung von Ajani eine lebendige, fast übermütige Energie ins Spiel. Besonders in den leisen Szenen entfaltet der Film seine Wirkung – wenn Blicke mehr sagen als Worte, wenn Berührungen zögern oder verweilen.

Subkultur als Bühne – aber nicht als Klischee

Alink zeichnet ein Bild der queeren Community, das sich bewusst gegen stereotype Darstellungen stellt. Partys, Performances und offene Beziehungen werden nicht bewertet, sondern als Realität gezeigt – mit all ihrer chaotischen Offenheit. Dabei gelingt dem Film immer wieder der Spagat zwischen Intimität und Öffentlichkeit. Schnitt und Kameraarbeit nehmen sich Zeit für Beobachtungen und schaffen Raum für das Unsichtbare und Unausgesprochene.

Allerdings bleibt die Tiefe mancher Figuren in dieser Erzählung auf der Strecke. Besonders bei Ajani wäre eine detailliertere Auseinandersetzung mit seinen inneren Konflikten wünschenswert gewesen. Auch manche Entwicklungen im letzten Drittel wirken vorhersehbar und glätten das zuvor differenzierte Bild.

Leiser Ton, starke Wirkung

Trotz kleiner erzählerischer Schwächen überzeugt „Out“ als sensibles Coming-of-Age-Drama, das seine Figuren ernst nimmt und ihnen Raum zur Entfaltung gibt.

Statt auf laute Gesten oder dramatische Wendungen zu setzen, bleibt Alink nah an seinen Charakteren. „Out“ erzählt von der Suche nach einem Platz in der Welt – und davon, wie schwer es manchmal ist, diesen Platz zu erkennen, selbst wenn man ihn bereits betreten hat. Die visuelle Klarheit, das feinfühlige Spiel und der zurückhaltende Ton machen „Out“ zu einem atmosphärisch dichten Film, der nachwirkt.

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Out
Niederlande 2024 | Coming of age, Drama | OmU | 91 Minuten
Regie: Dennis Alink | Besetzung: Bas Keizer, Bram Agterbos, Jefferson Yaw Frempong-Manson, Joel Castillo, Johan De Joode

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