HomeNewsChronikSchwulen­feindlicher Angriff in Augsburg: Polizei ermittelt gegen verurteilten Gewalttäter

Schwulen­feindlicher Angriff in Augsburg: Polizei ermittelt gegen verurteilten Gewalttäter

Zwei Männer wurden in Augsburg bei einem Angriff schwer verletzt. Die Polizei nahm mehrere Verdächtige fest. Im Fokus der Ermittlungen steht auch ein bereits verurteilter Gewalttäter, der sich derzeit auf der Flucht befindet.

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Am frühen Sonntagmorgen sind zwei Männer im Alter von 26 und 28 Jahren in der Augsburger Maximilianstraße brutal angegriffen worden. Die Täter sollen ihre Opfer zunächst queerfeindlich beleidigt und dann mit massiver Gewalt attackiert haben. Tritte gegen Kopf und Oberkörper führten zu schweren Verletzungen. Beide Opfer mussten im Krankenhaus stationär behandelt werden.

Laut Polizei deutet vieles auf ein queerfeindliches Motiv hin. Die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) hat deshalb die Ermittlungen übernommen. Gemeinsam mit der Kriminalpolizei Augsburg wird der Fall als mögliche Hasskriminalität eingestuft.

Drei Männer in Untersuchungshaft

Die Ermittlungen führten zur Festnahme dreier Tatverdächtiger im Alter von 22, 23 und 24 Jahren. Nach ersten Erkenntnissen waren zwei von ihnen kurz nach der Tat bereits festgenommen, jedoch zunächst wieder entlassen worden. Später kamen sie erneut ins Visier der Ermittler – ebenso wie ein dritter Mann. Gegen alle drei wurde Untersuchungshaft angeordnet.

„Wir verfolgen jede Form von Gewalt konsequent“, erklärte Polizeisprecher Marcus Trieb. Das schnelle Eingreifen von Streifenbeamten habe zur Identifizierung weiterer Beteiligter geführt, so Trieb weiter.

Auch Halid S. unter Verdacht – derzeit auf der Flucht

Ein besonders brisanter Aspekt: Die Ermittler prüfen auch eine mögliche Beteiligung von Halid S., einem polizeibekannten Straftäter. Sein Anwalt bestätigte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk , dass gegen seinen Mandanten ermittelt wird. Halid S. befindet sich aktuell auf der Flucht.

Der heute 22-Jährige wurde 2019 durch einen tödlichen Faustschlag bundesweit bekannt. Damals hatte er am Augsburger Königsplatz einen 49-jährigen Mann im Streit tödlich verletzt. Das Landgericht Augsburg verurteilte ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge und gefährlicher Körperverletzung zu einer mehrjährigen Haftstrafe.

Politischer Hintergrund und Kritik an fehlendem Aktionsplan

In Bayern wurden laut offiziellen Angaben im Jahr 2023 insgesamt 177 queerfeindliche Straftaten registriert – Beobachter gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Kritik gibt es auch an der Landesregierung: Bayern ist das einzige Bundesland ohne Aktionsplan gegen Queerfeindlichkeit. Ministerpräsident Markus Söder hatte zwar im Wahlkampf 2023 einen solchen Plan angekündigt, im aktuellen Koalitionsvertrag mit den Freien Wählern findet sich dazu jedoch kein Hinweis.

Die Ermittlungen in Augsburg laufen weiter. Die Polizei bittet mögliche Zeugen, sich zu melden.

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