Mit klaren Worten haben sich die Regenbogenpastoral der Diözese Linz und die Katholische Aktion Oberösterreich (KA OÖ) zu den jüngsten Hassverbrechen gegen homosexuelle Menschen in Österreich geäußert. Beide kirchlichen Gruppen zeigen sich tief betroffen von den Übergriffen, bei denen Jugendliche gezielt Männer über soziale Netzwerke in eine Falle gelockt und misshandelt haben sollen.
Sorge über zunehmende Gewalt gegen queere Menschen
Die Polizei ermittelt derzeit in sieben Bundesländern gegen insgesamt 18 Tatverdächtige im Alter zwischen 14 und 26 Jahren. Bei den Razzien wurden Hausdurchsuchungen an 28 Orten durchgeführt. Die Beschuldigten sollen Männer mit fingierten Social-Media-Profilen in die Irre geführt, ihnen fälschlich pädophile Neigungen unterstellt und sie schließlich angegriffen haben.
Laut Behörden sind unter den bisher bekannten 17 Opfern etwa ein Drittel homosexuell, die übrigen heterosexuell. Die Ermittler gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Vorfälle werden als „Hate-Crimes“ gewertet und von Justiz und Polizei schrittweise aufgearbeitet.
Deutliche Worte von Kirche und Gesellschaft
Gabriele Hofer-Stelzhammer, Präsidentin der Katholischen Aktion Oberösterreich, verurteilte die Taten deutlich: „Hier wurde gegen Menschenrechte verstoßen und auf abscheuliche Art Selbstjustiz geübt.“ Sie betonte, dass die Menschenwürde unteilbar sei – unabhängig von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität.
Die Regenbogenpastoral und die KA sehen in den Vorfällen einen dramatischen Ausdruck einer wachsenden Queer-Feindlichkeit in Teilen der Gesellschaft. In ihrer Stellungnahme sprechen sie von einer „latent homophoben Einstellung“, gegen die bewusst vorgegangen werden müsse.
Aufruf zu mehr Bewusstsein und Zivilcourage
Die kirchlichen Vertreter fordern mehr Zivilcourage im Alltag. Scheinbar harmlose Witze oder abwertende Aussagen über queere Menschen könnten den Boden für ernste Gewalt bereiten. Die Ereignisse der vergangenen Wochen seien ein „schockierendes und warnendes Beispiel“ für diese Entwicklung, heißt es in der gemeinsamen Aussendung.
Auch von der Politik fordern Regenbogenpastoral und KA eine klare Haltung. Die Wortwahl müsse wohlüberlegt sein, oberflächliche Parolen und menschenverachtender Populismus dürften nicht unwidersprochen bleiben. Die Verantwortung trügen neben der Politik auch die Medien und jede einzelne Person in der Gesellschaft.
Einsatz für mehr Aufklärung
Die Regenbogenpastoral kündigte an, ihre Arbeit im Bereich der Bewusstseinsbildung fortzusetzen und Vorurteile gegenüber LGBTIQ*-Personen weiter abzubauen. Ziel sei ein gesellschaftliches Klima, das niemanden ausschließt. Die KA unterstützt diesen Ansatz und will ebenfalls zur Förderung eines respektvollen Miteinanders beitragen.
Beide Organisationen rufen dazu auf, Haltung zu zeigen und sich aktiv für ein inklusives Miteinander einzusetzen – gegen jede Form von Diskriminierung.

