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Mpox-Fälle in Berlin steigen deutlich – Höchste Fallzahlen seit 2022

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Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) meldet einen deutlichen Anstieg der Mpox-Fälle. Seit Januar 2025 wurden 43 Infektionen der früher Affenpocken genannten Krankheit an die Berliner Gesundheitsämter gemeldet – das sind mehr als viermal so viele wie im gleichen Zeitraum 2023 und 2024, als jeweils nur neun beziehungsweise zehn Fälle registriert wurden.

Allein in der letzten Märzwoche wurden zehn neue Fälle übermittelt. Dies ist die höchste wöchentliche Zahl seit dem Jahr 2022, als Mpox erstmals im Rahmen eines europaweiten Ausbruchs verstärkt auftrat. Betroffen sind ausschließlich Männer mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren.

Mpox-Übertragung überwiegend innerhalb Berlins

Nach Angaben des LAGeSo deutet vieles darauf hin, dass sich die Betroffenen vorwiegend in Berlin selbst angesteckt haben. Bei sieben der gemeldeten Fälle geht man von einer Übertragung beim Geschlechtsverkehr aus. Internationale Reisen wurden in den meisten Fällen nicht angegeben.

„Die aktuellen Meldezahlen lassen vermuten, dass sich das Infektionsgeschehen in Berlin weiter ausbreiten könnte“, heißt es im aktuellen Epidemiologischen Wochenbericht. Besonders im Frühjahr und Frühsommer könnten Festivals und andere Großveranstaltungen das Risiko weiter erhöhen.

Impfung als zentrale Schutzmaßnahme gegen Mpox

Als wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung gilt weiterhin die Impfung gegen Mpox. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie besonders für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). In Berlin ist der Impfstoff in den meisten HIV-Schwerpunktpraxen verfügbar. Auch nicht krankenversicherte Personen können sich impfen lassen – etwa im Checkpoint BLN am Hermannplatz oder im Zentrum für sexuelle Gesundheit in Berlin-Mitte.

„Die Impfung ist unser stärkstes Mittel gegen Mpox“, betont Alexander Straßmeir, Präsident des LAGeSo. „Gerade vor der Festivalsaison ist es entscheidend, dass sich Risikogruppen informieren und schützen.“

Aufklärung durch Community-Projekte

Einen zentralen Beitrag zur Aufklärung leistet das Präventionsteam der Schwulenberatung Berlin, sidekicks.berlin. Seit dem ersten Ausbruch 2022 bietet das Team Informationen rund um Mpox, Übertragungswege und Schutzmöglichkeiten an – auch vor Ort in den Berliner Szenen.

„Der erneute Anstieg der Neuinfektionen bei MSM zeigt, wie wichtig unsere Arbeit bleibt“, erklärt Rolf de Witt, Teamleiter von sidekicks.berlin. „Wir informieren direkt, persönlich und niedrigschwellig – auch über Impfangebote für Menschen ohne Krankenversicherung.“

Experten mahnen zu globaler Wachsamkeit

Nicht nur in Berlin steigt die Zahl der Mpox-Fälle. Bundesweit wurden laut Robert Koch-Institut (RKI) bis Anfang April bereits 154 Infektionen registriert. International geben besonders hohe Fallzahlen in mehreren afrikanischen Ländern Anlass zur Sorge: Dort wurden laut WHO bis Ende 2024 über 42.000 Infektionen und mehr als 1.000 Todesfälle dokumentiert.

Wissenschaftler warnen davor, Mpox zu unterschätzen. Im Fachmagazin Nature Medicine bezeichnen britische Forscher die Krankheit als „ernste globale Gesundheitsbedrohung“. Der veränderte Übertragungsweg – zunehmend von Mensch zu Mensch durch engen Körperkontakt – führe zu längeren Infektionsketten und könne künftig zu neuen Epidemien führen.

„Wir brauchen dringend bessere Überwachung, Diagnostik und Zugang zu Impfstoffen“, fordert Virologe Carlos Maluquer de Motes von der University of Surrey. „Nur so lässt sich das Risiko weiterer Ausbrüche reduzieren.“

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