Maximilian Mundt, bekannt als Hauptdarsteller in der Netflix-Serie „How to Sell Drugs Online (Fast)“, spricht erstmals offen über seine Homosexualität. In der NDR-Talkshow „deep und deutlich“ berichtete der 29-Jährige von seinem langen inneren Kampf, seinen Ängsten und den Schritten, die ihn zu einem offenen Leben mit seinem Freund geführt haben.
Heute lebt er mit seinem Partner in einer Altbauwohnung in Hamburg – doch der Weg dorthin war nicht leicht. Schon früh merkte Mundt, dass er sich nicht wie andere in seinem Umfeld fühlte. Doch statt sich zu öffnen, zog er sich zurück und suchte nach Erklärungen, die seine Gefühle verdrängen sollten.
„Ich dachte, ich bin asexuell“
Als Jugendlicher war er verunsichert: „Ich dachte erst, ich bin asexuell, weil ich nicht auf Frauen stehe“, sagte Mundt in der Sendung. Für ihn sei das Schwulsein damals negativ belegt gewesen. Die Idee, auf Männer zu stehen, habe ihn abgeschreckt – und er habe versucht, diese Möglichkeit auszuschließen.
Auch in seinem Konsumverhalten spiegelte sich das wider. „Ich habe damals versucht, nur ‘Straight-Porn’ zu gucken. Ich habe aber gemerkt, dass ich nur auf die Männer gucke“, erklärte er. Seine Unsicherheiten führten dazu, dass er über Jahre hinweg keinerlei sexuelle Erfahrungen machte.
Ein Wendepunkt durch Therapie
Erst mit professioneller Hilfe begann sich für Mundt etwas zu verändern. In einer Therapie setzte er sich intensiver mit seiner Sexualität auseinander. Dort fand er die Kraft, sich selbst zu akzeptieren und Schritte in Richtung eines erfüllten Privatlebens zu gehen.
„Ich habe mir mit 23 Jahren das erste Mal Tinder heruntergeladen. Bis dahin habe ich gar keine sexuellen Handlungen praktiziert“, erinnerte sich der Schauspieler. Der Moment, in dem er begann, Männer in der App zu bevorzugen, war für ihn entscheidend: „Ich habe irgendwann Frauen ausgestellt und nur noch Männer angeguckt. Es ist wie ein Instinkt, wo es Klick macht, das Blut im Körper anders rauscht.“
Öffentliches Coming-out als Ermutigung
Mit seiner Offenheit möchte Maximilian Mundt auch anderen Mut machen. Die Entscheidung, sich öffentlich zu äußern, sei ein bewusster Schritt gewesen. Er wolle zeigen, dass es in Ordnung sei, Zeit zu brauchen – und dass jeder Mensch seinen eigenen Rhythmus habe.
Heute blickt er mit Dankbarkeit auf seine Entwicklung zurück und steht selbstbewusst zu seiner sexuellen Orientierung. Seine Erfahrungen teilt er, um die Sichtbarkeit queerer Biografien zu stärken.
Abschied von Erfolgsserie
Neben seinem privaten Meilenstein steht für Mundt auch beruflich ein Abschied an. Wie Netflix kürzlich bestätigte, wird es keine fünfte Staffel von „How to Sell Drugs Online (Fast)“ geben. Die vierte Staffel markiert damit das Ende der international erfolgreichen Serie.
Für den Schauspieler bedeutet das einen Einschnitt. „Es ist traurig, aber es fühlt sich auch an wie der Abschluss eines persönlichen Lebensabschnitts“, sagte er im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Rolle des Moritz Zimmermann hatte ihn bekannt gemacht und war über Jahre hinweg ein prägender Teil seines Lebens.

