Eigentlich steht die WorldPride für Gemeinschaft, Stolz und Sichtbarkeit. Dieses Jahr soll die internationale Großveranstaltung in der US-Hauptstadt Washington stattfinden. Hunderttausende queere Menschen aus aller Welt werden erwartet – doch nun könnte ein Schatten auf das Ereignis fallen. Die Veranstalter:innen denken laut über eine offizielle Warnung nach, die sich speziell an trans Personen aus dem Ausland richtet.
Veranstalter:innen warnen vor Sicherheitsrisiken für trans Gäste
Bei einem Treffen des Metropolitan Washington Council of Governments (COG) am 9. April erklärte Ryan Bos, Geschäftsführer der Capital Pride Alliance, dass aktuelle politische Entwicklungen unter der Trump-Regierung trans Personen in den USA gefährden könnten. Deshalb überlege man, ob eine öffentliche Warnung notwendig sei.
„Es ist möglich, dass wir tatsächlich eine Erklärung abgeben werden, in der wir trans Menschen international raten, nicht zu kommen – oder, wenn sie kommen, dass sie dies auf eigenes Risiko tun“, zitierte der Nachrichtensender WTOP den Organisator.
Laut Bos stehe man noch am Anfang der Diskussion. „Diese Dinge werden wir mit der Stadtregierung und unseren Partnern besprechen, um zu sehen, wie wir das am besten kommunizieren – und um sicherzustellen, dass die betroffenen Menschen die nötige Unterstützung erhalten.“
Politiker:innen zeigen sich erschüttert
Die Ankündigung sorgte bei mehreren Mitgliedern des COG für Entsetzen. Jessica Fitzwater, Landrätin des Frederick County in Maryland, reagierte emotional: „Es ist wirklich beschämend, dass ihr überhaupt darüber nachdenken müsst, solche Aussagen zu machen. Es ist einfach herzzerreißend.“
Auch der Washingtoner Stadtrat Charles Allen zeigte sich betroffen, stellte jedoch Unterstützung in Aussicht: „Es macht mich traurig, das zu hören. Aber ich hoffe, Sie wissen, dass Sie hier in diesem Raum Partner haben, die gemeinsam mit Ihnen daran arbeiten wollen, dass dies eine wunderbare, erfolgreiche und vor allem sichere Veranstaltung für die gesamte Region wird.“
Noch keine endgültige Entscheidung getroffen
Auf Anfrage von WTOP betonte die Capital Pride Alliance, dass bisher keine offizielle Entscheidung getroffen worden sei. Bos habe lediglich mögliche Szenarien angesprochen. Die Überlegungen seien eine Reaktion auf die politischen Entwicklungen rund um neue Anti-Trans-Richtlinien der Trump-nahen Behörden.
Die Planungen für die WorldPride 2025 laufen dennoch weiter – mit einem wachsamen Blick auf die politische Lage und die Sicherheit aller Teilnehmenden.

