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Sieben Jahre Haft: George Santos bittet Trump um Begnadigung

Der frühere US-Abgeordnete George Santos muss für mehr als sieben Jahre ins Gefängnis. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung hofft der Republikaner öffentlich auf eine Begnadigung durch Ex-Präsident Donald Trump – und sucht neue Wege, um seine Schulden zu bezahlen.

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Am Freitag hat ein US-Bundesgericht auf Long Island bei New York ein klares Urteil gefällt: George Santos, offen schwuler Ex-Kongressabgeordneter für die Republikaner, muss für insgesamt 87 Monate ins Gefängnis. Richterin Joanna Seybert sprach das Strafmaß aus, nachdem Santos sich in 23 Fällen schuldig bekannt hatte, darunter Betrug, Identitätsdiebstahl und Unterschlagung öffentlicher Gelder.

Santos bittet Trump um Gnade

Kaum war das Urteil verkündet, wandte sich Santos öffentlich mit einer Bitte um Gnade an US-Präsident Donald Trump. „Ich glaube, dass sieben Jahre eine übertriebene, politisch motivierte Strafe sind“, schrieb Santos am Freitagabend auf X (früher Twitter). „Ich flehe Präsident Trump an, mir die Chance zu geben zu zeigen, dass ich mehr bin als die Fehler, die ich gemacht habe.“

Noch am Samstag betonte Santos auf Social Media, dass er trotz der Situation weiterhin persönliche Grüße auf Video über die Plattform Cameo verkaufe, um seine „gerichtlichen Verpflichtungen“ zu erfüllen und Rechnungen zu bezahlen: „Das Aufnehmen der Videos ist eine meiner wichtigsten Einnahmequellen“, so Santos. Die Videos pries er als „ehrliche Arbeit“ an und bat seine Follower direkt um Unterstützung.

Luxusausgaben, Falschangaben und Entlassung aus dem Kongress

Santos hatte sich im Zuge der Ermittlungen schuldig bekannt, Spendengelder seiner Wahlkampagne für private Ausgaben verwendet zu haben. Darunter waren unter anderem Botox-Behandlungen, Designer-Kleidung und sogar OnlyFans-Abonnements. Auch während der Pandemie erschlich er sich unrechtmäßig Arbeitslosenunterstützung. Die Justiz verurteilte ihn zur Zahlung von mehr als 370.000 Dollar an Entschädigungen und einer Strafe von über 200.000 Dollar.

Nach seiner Wahl ins US-Repräsentantenhaus 2022 wurde schnell klar, dass der damals als erster offen schwuler Republikaner gewählte Abgeordnete seine Biografie umfassend geschönt hatte. Santos behauptete, einen Abschluss an einer Elite-Universität zu besitzen und bei renommierten Banken wie Goldman Sachs gearbeitet zu haben – beides gelogen. Auch Geschichten über seine Familie und seine jüdischen Wurzeln erwiesen sich als frei erfunden.

Fehltritte, Entschuldigungen und die Rolle von Trump

Noch im Gerichtssaal zeigte sich der 36-Jährige laut übereinstimmender Berichte emotional und entschuldigte sich für den Missbrauch des ihm entgegengebrachten Vertrauens. „Ich kann die Vergangenheit nicht umschreiben, aber ich kann den Weg vor mir gestalten“, sagte Santos vor Gericht.

Trotz seiner öffentlichen Reue folgte schnell wieder die Selbstinszenierung: Neben den Cameo-Videos startete Santos einen Podcast und belebte zeitweise sogar sein Drag-Queen-Alter Ego „Kitara Ravache“ aus Brasilien neu. Auch seine politische Position sorgte immer wieder für Kritik. Obwohl Santos öffentlich seine queere Identität betonte, unterstützte er im Kongress mehrfach Gesetzesvorhaben, die gegen die Community gerichtet waren.

Trump gewährt umstrittenen Unterstützern Begnadigungen

Santos‘ Hoffnung auf eine Begnadigung durch Trump ist nicht unbegründet: Zuletzt hatte der Präsident mehrere umstrittene Persönlichkeiten begnadigt, darunter Michele Fiore, die Spendengelder für einen Polizeigedenkfonds veruntreut hatte. Auch Ross Ulbricht, Gründer des Darknet-Marktplatzes Silk Road, und mehrere Akteure der sogenannten „Hunter-Biden-Affäre“ wurden begnadigt.

Bis Sonntag gab es weder von der US-Regierung noch vom Amt für Begnadigungen eine Stellungnahme zu Santos’ Antrag. Der Ex-Abgeordnete muss sich spätestens am 25. Juli den Behörden stellen. Wo er seine Strafe antreten wird, ist noch nicht bekannt.

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